Gesellschaft und Kultur in den USA

Grundwissen zu Gesellschaft, Sprache, Religion und Kultur in den USA 

Die Vereinigten Staaten von Amerika sind sowohl flächenmäßig als auch hinsichtlich der Bevölkerungszahl der drittgrößte Staat der Welt.

Bedingt durch ihre Geschichte und die lange Tradition als Einwanderungsland haben in den USA viele verschiedene ethnische Gruppen ein zu Hause gefunden und durch ihre mitgebrachten Sprachen, Religionen, Traditionen und Bräuche zu einer buntgemischten Gesellschaft mit vielseitiger Kultur beigetragen. Insofern ist es kaum möglich, das gesellschaftliche und kulturelle Leben in kurzen Worten zu beschreiben.

Die folgende Übersicht beschränkt sich daher auch nur auf das Grundwissen zu Gesellschaft, Sprache, Religion und Kultur in den USA:  

Die Gesellschaft in den USA

Den größten Teil der Gesellschaft bilden Weiße, gefolgt von Farbigen, Asiaten und Indianern. Dabei lässt sich die US-amerikanische Gesellschaft in sechs soziale Klassen einteilen. Die Oberklasse, die den mit Abstand kleinsten Anteil ausmacht, besteht aus sehr wohlhabenden, mächtigen und prominenten Bürgern.

Hochqualifizierte Berufstätige wie Professoren, Ärzte und Anwälte bilden die obere Mittelklasse, während die untere Mittelklasse aus gut ausgebildeten Berufstätigen wie Schullehrern und Handwerkern besteht. Die Arbeiterklasse setzt sich aus einfachen Angestellten, Industrie- und Lohnarbeitern zusammen. Außerdem gibt es eine Unterklasse, die sich in zwei Untergruppen teilt. Die obere Gruppe bilden die sogenannten Working Poor.

Dies sind Beschäftigte, die in Teilzeit arbeiten oder schlecht bezahlten Jobs, oft ohne Versicherung, nachgehen. Die untere Gruppe besteht aus Menschen, die nicht arbeiten und auf die sehr überschaubare Unterstützung der öffentlichen Wohlfahrt angewiesen sind.

Auffällig ist, dass die Mittelklasse überwiegend in Vororten wohnt, während die Unterschichten größtenteils in bestimmten Stadtvierteln von Großstädten zu finden sind.    

Die Sprache in den USA

Obwohl eine gemeinsame Sprache zweifelsohne Vorteile hat, gibt es in den USA keine bundeseinheitliche Amtssprache. 2007 lag zwar eine Resolution vor, nach der Englisch zur Nationalsprache erklärt werden sollte, der Senat lehnte dies jedoch ab.

Die am häufigsten gesprochene Sprache in den USA ist amerikanisches Englisch und diese ist in 31 Bundesstaaten auch formale Amtssprache. Insbesondere im Südwesten sprechen große Teile der Bevölkerung Spanisch, daneben sind aber auch Sprachen wie Deutsch, Französisch, Chinesisch, Koreanisch, Polnisch, Vietnamesisch sowie die Sprachen der Indianer verbreitet.

Überwiegend in den Gegenden, wo kaum eine Vermischung zwischen Einwanderern und deren Nachkommen mit der übrigen Bevölkerung stattfand, wurden die mitgebrachten Sprachen bis heute beibehalten. Alle offiziellen und amtlichen Schriftstücke sind in englischer Sprache verfasst.

In Bundesstaaten und Territorien, die sich als zwei- oder dreisprachig bezeichnen, werden bestimmte Dokumente aber mitunter auch in übersetzter Form ausgefertigt.    

Die Religion in den USA

Die US-amerikanische Regierung registriert den religiösen Status der Bevölkerung nicht. Die Bundesbehörde Bureau of the Census, die mit dem Statistischen Bundesamt in Deutschland vergleichbar ist, darf in beispielsweise Volkszählungen auch keine Fragen zur Religionszugehörigkeit stellen, veröffentlich stattdessen aber Umfrageergebnisse anderer Quellen.

Demnach bilden Protestanten und römisch-katholische Christen den größten Anteil. Daneben sind orthodoxe Christen, Mormonen, Juden, Muslime, Buddhisten, Hindus, Adventisten und Zeugen Jehovas recht häufig vertreten. In der Verfassung ist festgelegt, dass sich der Staat nicht in religiöse Angelegenheiten einmischt.

Aus diesem Grund haben in den USA auch viele kleine Glaubensgemeinschaften Zuflucht gefunden. Ein Beispiel hierfür sind die Amischen, eine täuferisch-protestantische Glaubensgemeinschaft, deren Mitglieder hauptsächlich von Deutschschweizern und Südwestdeutschen abstammen.

Die Amischen führen ein einfaches, sehr traditionelles, von der Landwirtschaft geprägtes Leben, verzichten weitestgehend auf die Errungenschaften des technischen Fortschritts und sprechen untereinander eine Sprache, die als Pennsylvaniadeutsch bezeichnet wird.      

Die Kultur in den USA

In den USA herrscht die Überzeugung, dass es Bereiche des gesellschaftlichen Lebens gibt, aus denen sich der Staat vollständig oder zumindest weitestgehend heraushalten sollte. Zu diesen Bereichen gehört auch die Kultur und deshalb gibt es in den USA kein zentrales Kulturministerium, das für eine landesweite Kulturpolitik zuständig ist.

Es gibt allerdings zwei nationale Stiftungen für Kunst und Geisteswissenschaften, die Künstler, Wissenschaftler und Institutionen unterstützen. Da die Mittel dieser Stiftungen durch den Kongress jedoch immer wieder gekürzt wurden, spielen private Spenden schon seit jeher eine entscheidende Rolle bei der Kulturförderung.  

Die amerikanische Kultur ist überaus vielfältig, was sich damit erklärt, dass sie von den ethnischen Einflüssen, Bräuchen und Traditionen, die die Einwanderer mit ins Land brachten, geprägt ist. Eine wichtige Rolle kommt der Musikkultur zu. So haben sich durch die Verschmelzung von afroamerikanischer und europäischer Folklore Musikrichtungen wie unter anderem Jazz, Blues, Country, Rock‘n‘roll oder HipHop entwickelt.

Daneben ist die Sportkultur in Amerika allgegenwärtig, insbesondere vertreten durch die drei Nationalsportarten American Football, Baseball und Basketball. Eine Vorreiterrolle übernehmen die USA außerdem schon seit jeher im Bereich der Massenmedien und die Massenmedien waren es auch, die seit den 1930er-Jahren einen entscheidenden Beitrag zur Entwicklung der amerikanischen Populärkultur geleistet haben.

So etablierte sich in den USA schon früh eine Boulevardpresse und auch die Filmindustrie ist aus den USA nicht wegzudenken. Neben Kino, Fernsehen und Radio gehört außerdem das Internet zu den überaus beliebten Unterhaltungsmedien in den USA. Schon 1998 waren über die Hälfte aller US-amerikanischen Haushalte mit einem Computer ausgestattet.   

Die Bildung in den USA

Das Bildungswesen fällt in die Zuständigkeit der einzelnen Bundesstaaten und ist daher unterschiedlich geregelt. Generell besteht jedoch eine allgemeine Schulpflicht zwischen dem sechsten und dem 16. Lebensjahr.

In staatlichen Schulen erfolgt der Unterricht kostenfrei, in privaten Schulen wird ein Schulgeld erhoben. Unter gewissen Voraussetzungen können Kinder auch zu Hause unterrichtet werden, etwa wenn sich Eltern aus religiösen Gründen gegen den Besuch einer öffentlichen Schule entscheiden. Die Noten in den USA werden mithilfe der Buchstaben A bis F ausgedrückt.

A ist die beste Note, F die schlechteste und ähnlich wie hierzulande können die Noten durch ein + oder ein – noch einmal differenziert werden.

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