Die wichtigsten Tipps zu einem Arztbesuch in den USA

Die wichtigsten Tipps zu einem Arztbesuch in den USA

Natürlich steht der Besuch einer Arztpraxis oder eines Krankenhauses bei einem Urlaub nicht auf dem geplanten Ausflugsprogramm. Aber es kann eben passieren, dass der Reisende erkrankt, sich verletzt oder einen Unfall hat und deshalb einen Arzt braucht. Damit dann keine bösen Überraschungen folgen, haben wir die wichtigsten Tipps zu einem Arztbesuch in den USA zusammengestellt.

Die wichtigsten Tipps zu einem Arztbesuch in den USA

Die Behandlungskosten in den USA sind sehr hoch

Die medizinische Versorgung in den USA ist sehr gut. Die Behandlungen erfolgen auf höchstem Niveau und auch die Technik ist auf neuestem Stand. Die Qualität ist also mindestens genauso gut wie in Deutschland.

Anders als in Deutschland sind mögliche Ansprüche auf Schadensersatz in den USA aber um ein Vielfaches höher. Um sich vor Klagen zu schützen, schauen die Ärzte deshalb sehr genau hin und führen im Zweifel erst einmal umfangreichere Grunduntersuchungen durch, bevor sie mit der eigentlichen Behandlung beginnen.

Doch die Folge davon ist, dass die Behandlungskosten sehr hoch werden. Tatsächlich verzeichnet die USA die höchsten Behandlungskosten weltweit. In keinem anderen Land ist das Gesundheitswesen ähnlich teuer.

In der Vergangenheit gab es immer wieder Bemühungen, eine gesetzliche Krankenversicherung einzuführen. Ein echter Durchbruch ist aber nie gelungen. Um für den Ernstfall gewappnet zu sein, bleibt den Amerikanern deshalb unterm Strich nicht viel anderes übrig, als mit einer privaten Krankenversicherung vorzusorgen.

Wer erkrankt oder einen Unfall erleidet und sich keine Krankenversicherung leisten kann, wird natürlich trotzdem versorgt. Allerdings bleibt es dann bei der Grundversorgung in der Notaufnahme eines Krankenhauses.

Außerdem gibt es Ärzte, die sich ehrenamtlich in Kliniken und Praxen für Arme engagieren. Von der in Deutschland üblichen Krankenversicherung sind solche Leistungen aber weit entfernt.

Der Arztbesuch in den USA

Wenn der Reisende bei seinem Aufenthalt in den USA erkrankt und einen Arzt braucht, sollte er nach Möglichkeit eine Arztpraxis einem Krankenhaus vorziehen. Niedergelassene Ärzte bieten oft eine bessere Behandlung, als es die Ärzte in großen Krankenhäusern leisten können.

Im Vergleich zu Versicherten werden Privatpatienten und Bar-Zahler außerdem bevorzugt behandelt. Aus diesem Grund ist es auch ratsam, die Kosten selbst vorzustrecken und sich später von der eigenen Krankenversicherung zurückzuholen, statt den Arzt darum zu bitten, direkt mit der Versicherung abzurechnen.

Bevor der Arzt mit einer Behandlung beginnt, wird der Reisende zunächst die Rechnung bezahlen müssen. Das kann entweder in bar oder mittels Kreditkarte erfolgen. Die Höhe der Kosten ist zwar nur geschätzt. Allerdings sind die Erfahrungswerte groß, so dass die anfängliche Summe fast immer mit den tatsächlichen Behandlungskosten übereinstimmt.

Der Reisende sollte sämtliche Rechnungen gut aufbewahren. Außerdem sollte er darauf achten, dass auf den Rechnungen präzise aufgeführt ist, was der Arzt gemacht hat. Die Rechnungen legt er anschließend seiner Reisekrankenversicherung vor, die die ausgelegten Kosten erstattet.

Nachdem die Arztrechnung bezahlt ist, geht es für den Reisenden ins Behandlungszimmer. Gut möglich ist, dass sich dort zunächst eine Krankenschwester um ihn kümmert.

Die sogenannte Nurse ist gut ausgebildet und verfügt über die notwendigen Qualifikationen, um selbst Behandlungen durchzuführen und Medikamente zu verordnen. In den meisten Fällen wird sie aber noch einmal Rücksprache mit dem Arzt halten.

Sofern es die Behandlung erfordert, bekommt der Reisende in der Praxis oder Klinik einen Kittel. Dieser ist vorne geschlossen und auf der Rückseite offen. Während sich der Reisende umzieht, verlässt der Arzt das Behandlungszimmer.

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Auf diese Weise soll dem Reisenden zum einen das Schamgefühl gegenüber dem Arzt genommen werden. Zum anderen schützt sich der Arzt vor einer möglichen Klage wegen sexueller Belästigung. Das ist übrigens auch der Grund dafür, warum bei der Behandlung üblicherweise eine Krankenschwester mit im Zimmer bleibt.

Ein Rezept in den USA einlösen

Verordnet der Arzt Medikamente, sollte der Reisende angeben, ob der Arzt ein konkretes Arzneimittel oder nur den Wirkstoff verschreiben soll. Steht nur der Wirkstoff auf dem Rezept, kann der Reisende ein Generikum kaufen. Generika enthalten den gleichen Wirkstoff, sind aber deutlich preiswerter als das originale Marken-Arzneimittel.

In den USA gibt es in praktisch jedem größeren Supermarkt einen Drug-Store, in dem auch rezeptpflichtige Medikamente erhältlich sind. Ansonsten kann der Reisende sein Rezept natürlich in einer Apotheke (pharmacy) einlösen.

Dabei kann er gleich zu einer Großpackung greifen, die 500 Tabletten und mehr enthält. Wichtig zu wissen ist aber, dass die Dosierung bei vielen Medikamenten wie zum Beispiel Kopfschmerztabletten niedriger ist als hierzulande.

Auch die Quittung vom Medikamenteneinkauf sollte der Reisende gut aufheben, damit er sich die Ausgaben später von seiner Krankenversicherung erstatten lassen kann. Ratsam ist zudem, die Verpackung mit nach Hause zu nehmen. So kann der Hausarzt später nachvollziehen, was der US-amerikanische Kollege verordnet hat.

Eine Auslandskrankenversicherung ist ein Muss

Zwischen Deutschland und den USA besteht kein Sozialversicherungsabkommen. In Ländern, mit denen so ein Abkommen besteht, übernimmt die deutsche Krankenversicherung notwendige Behandlungskosten und der Reisende muss nur eventuelle Mehrkosten aus eigener Tasche bezahlen.

In den USA hingegen greift der Schutz der deutschen Krankenversicherung gar nicht. Aus diesem Grund sollte der Reisende für seinen USA-Aufenthalt unbedingt eine Auslandskrankenversicherung abschließen.

Die Kosten für eine Behandlung beim Arzt kann der Reisende vielleicht so stemmen. Doch falls er ins Krankenhaus muss, kommen schnell Beträge im fünfstelligen Bereich zusammen.

Der Deckungsrahmen der Kreditkarte reicht dafür meist nicht mehr aus. Spätestens macht es sich mehr als bezahlt, wenn die Auslandskrankenversicherung alles reguliert und sich der Reisende darauf konzentrieren kann, schnell wieder gesund zu werden.

Eine Auslandskrankenversicherung übernimmt in aller Regel die Kosten im Zusammenhang mit akuten Erkrankungen, Verletzungen und Unfällen, notwendigen Operationen, erforderlichen Zahnbehandlungen und ärztlich verordneten Arznei- und Hilfsmitteln. Sofern es medizinisch notwendig ist, organisiert sie auch den Rücktransport nach Deutschland. Der Schutz gilt für einen Aufenthalt von sechs Wochen.

Hält sich der Reisende länger in den USA auf, sollte er mit seiner Auslandskrankenversicherung abklären, ob der Versicherungsschutz zeitlich erweitert werden kann. Sehr genau hinschauen sollte der Reisende auch, wenn er eine chronische Erkrankung hat.

Mitunter verweigert die Versicherung nämlich die Leistung, wenn damit zu rechnen war, dass der Reisende wegen seiner chronischen Krankheit im Ausland behandelt werden muss. Im Zweifel sollte sich der Reisende auch zu diesem Punkt mit der Versicherung absprechen und sich sämtliche Zusagen schriftlich geben lassen.

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Gerd Fröhlich, 48 Jahre, Auslandskorrespondent, Gabi Naue-Rogers, 41 Jahre, Expat in Amerika und Tobi Meissner, 38 Jahre, Reiseblogger und Backpacker, sowie Christian Gülcan, Betreiber und Redakteur dieser Seite, schreiben hier Wissenwertes, Tipps, Anleitungen und Ratgeber zu den USA und der Greencard.

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