Traumziel für Auswanderer und Touristen: Los Angeles

Traumziel für Auswanderer und Touristen: Los Angeles

Hollywood-Filme, Stars und Sternchen, Traumstrände, Schönheit und Fitness, der Westcoast HipHop, Shopping auf dem Rodeo Drive in Beverly Hills – es gibt viele Begriffe, mit denen Los Angeles in Verbindung gebracht wird. Tatsächlich hat die Metropole im US-Bundesstaat viel zu bieten.

Immerhin ist L.A. mit knapp vier Millionen Einwohnern im Stadtgebiet und rund 13 Millionen Einwohnern in der Metropolregion nach New York die zweitgrößte Stadt der Vereinigten Staaten. Jedes Jahr lockt Los Angeles unzählige Touristen an und auch unter Auswanderern gehört die Stadt der Engel zu den Top-Zielen.

Los Angeles – vom Dorf zur Weltstadt

Die Geschichte der Stadt beginnt mit einer kleinen Siedlung. Nachdem spanische Franziskanermönche eine Mission eingerichtet hatten, schickte der damalige Gouverneur Kaliforniens Felipe de Neve elf Familien, die das Land bebauen sollten. Mit den insgesamt 44 Personen als erste Bewohner wurde am 4. September 1781 offiziell die Gemeinde El Pueblo de la Reina de Los Ángeles, zu Deutsch: Das Dorf der Königin der Engel, gegründet.

Der heutige Name Los Angeles ist eine Kurzform des Gründungsnamens. Übertragen ins Englische wird die Metropole auch City of Angels genannt, im Deutschen wird von der Stadt der Engel gesprochen. Im allgemeinen Sprachgebrauch ist das Kürzel L.A. ebenfalls weit verbreitet. Nachdem die Mexikaner 1821 den Unabhängigkeitskrieg gegen die spanische Kolonialmacht gewonnen hatten, fiel Los Angeles an Mexiko. Vier Jahre später wurde L.A. zur Stadt und gleichzeitig zur Hauptstadt der Provinz Alta California ernannt.

Während des Mexikanisch-Amerikanischen Krieges besetzten US-amerikanische Soldaten Alta California. Die Region wurde an die USA angegliedert und damit wurde auch Los Angeles zu einer US-amerikanischen Stadt. Das US-Stadtrecht erhielt Los Angeles am 4. April 1850.Bis Mitte des 19. Jahrhunderts blieb L.A. eine recht kleine und beschauliche Gemeinde.

Zu den Einwohnern gehörten amerikanische Siedler, chinesische Arbeiter und eine handvoll reiche Großgrundbesitzer mit mexikanischen Wurzeln. Einen ersten größeren Bevölkerungszuwachs erlebte Los Angeles 1848, als in Kalifornien Gold gefunden wurde. Der einsetzende Goldrausch brachte zahlreiche Goldsucher in die Gegend und viele von ihnen ließen sich in Los Angeles nieder. Zum wirklich großen Motor für die Entwicklung der Stadt sollte dann aber erst die Eisenbahn werden. Mitte der 1870er-Jahre entstanden eine Eisenbahnlinie vom Stadtzentrum zum Hafen und die Anbindung Los Angeles’ an das US-amerikanische Eisenbahnnetz.

Beste klimatische Bedingungen, ausreichend Platz für Zitrusplantagen, fortschrittliche technische Möglichkeiten, eine saubere Umwelt, die ein gesundes Leben versprach, und eben die vorhandene Infrastruktur sorgten für einen regelrechten Zuwandererstrom. Dieser wurde noch stärker, als 1892 Ölvorräte entdeckt wurden. Innerhalb weniger Jahre entwickelte sich Los Angeles zu einem der weltweit wichtigsten Zentren der Ölproduktion.

Inzwischen hatte sich auch die Einwohnerzahl vervielfacht. Während Los Angeles bei der Gründung gerade einmal 44 Einwohner hatte, lebten im Jahre 1800 rund 300 Menschen in Los Angeles. 1850 waren es knapp über 1.810 Einwohner, nur 50 Jahre später war die Einwohnerzahl schon auf fast 102.500 Einwohner gestiegen. Weitere 50 Jahre später, also 1950, hatte die kalifornische Metropole schon fast zwei Millionen Einwohner, zur Jahrtausendwende hatte sich die Einwohnerzahl noch einmal fast verdoppelt.

Filme und Flugzeuge aus Los Angeles

Die wichtigsten Wirtschaftszweige in Los Angeles waren zuerst Ackerbau und Viehzucht, später dann Gold und Öl gewesen. Anfang des 20. Jahrhunderts kam mit der Filmindustrie ein weiterer großer Sektor dazu. Einige junge und unabhängige Filmproduzenten hatten in dem kleinen Vorort namens Hollywood ideale Bedingungen ausgemacht. Schließlich ermöglichte das Wetter hier ganzjährige Außendreharbeiten, das Bauland war billig und es gab genügend Arbeitskräfte.

Also ließ sich die Filmindustrie ab 1910 in Hollywood nieder und entwickelte sich rasant. Schon in den 1920er-Jahren kamen jede Woche neue Filme in die Kinos und das Publikum nahm die neue Form der Unterhaltung begeistert an. 1927 wurde in Los Angeles erstmals der Oscar verliehen, der bis heute der wichtigste Filmpreis geblieben ist. Mit der Luftfahrt entstand in Los Angeles ein weiteres bedeutsames Standbein.

Während des Zweiten Weltkrieges wurde die Luftfahrtindustrie zum größten und wichtigsten Arbeitgeber in der Region, der Großteil aller US-amerikanischen Militär- und Passagierflugzeuge wurden in L.A. gebaut. Später richtete die NASA einen Forschungsstandpunkt in Los Angeles ein. Die Luft- und Raumfahrtindustrie sorgten für einen enormen wirtschaftlichen Aufschwung. Mit dem Ende des Kalten Krieges in den 1990er-Jahren brach dieser Industriezweig dann aber ein. Unzählige Menschen verloren ihre Arbeitsplätze, die Arbeitslosenquote schoss über die 10-Prozent-Marke hinaus. In Los Angeles hatte es immer wieder Rassenunruhen gegeben.

Die hohe Arbeitslosenquote und die zunehmende Armut gipfelten jedoch 1992 in eine der größten Unruhen in der Geschichte der USA. Auslöser war der Freispruch vier weißer Polizisten gewesen, die wegen der schweren Misshandlung des afroamerikanischen Rodney King angeklagt gewesen waren. Die anfänglichen Proteste schlugen bald in brutale Gewalt um. Am Ende waren 53 Todesopfer und fast 2.400 Verletzte zu beklagen, der Sachschaden betrug rund 800 Millionen US-Dollar.

Traumziel für Auswanderer – Los Angeles

Los Angeles ist eine echte Stadt der Einwanderer. Zuwanderungswellen aus Lateinamerika, Asien, Afrika und Europa haben die Stadt der Engel im Laufe der Zeit riesengroß werden lassen. Auch heute noch kam mehr als ein Drittel aller Menschen, die in Los Angeles leben, außerhalb der USA zur Welt. Die größte Bevölkerungsgruppe bilden Einwohner lateinamerikanischer Herkunft. Deshalb spricht fast die Hälfte der Bewohner Spanisch.

Europäer, Afroamerikaner und Asiaten stellen ebenfalls größere Teile der Bevölkerung, die kleinste Bevölkerungsgruppe mit gerade einmal 0,8 Prozent sind die Ureinwohner. Insgesamt leben in Los Angeles Menschen aus 140 Ländern und auf den Straßen sind 224 Sprachen zu hören. Damit ist Los Angeles ein echter Schmelztiegel der Kulturen.

Aber gerade dieses multikulturelle Flair macht den Reiz der Weltstadt aus. Hinzu kommen die vielen verschiedenen Ideen und Einflüsse, die aus aller Welt in Los Angeles angekommen. So war L.A. die erste Stadt in den USA, in der vegetarische Restaurants eröffnet wurden, die Musikszene ist bunt und lebendig und auch was Fitness, Wellness, Aussehen oder Mode angeht, setzt Los Angeles immer wieder Trends. Gerade für Auswanderer dürfte es im modernen und bunten Los Angeles deshalb einfacher sein, anzukommen und Fuß zu fassen, als in anderen Metropolen der USA.

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Veröffentlicht von

Redaktion

Gerd Fröhlich, 48 Jahre, Auslandskorrespondent, Gabi Naue-Rogers, 41 Jahre, Expat in Amerika und Tobi Meissner, 38 Jahre, Reiseblogger und Backpacker, schreiben hier Wissenwertes, Tipps, Anleitungen und Ratgeber zu den USA und der Greencard.

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