Wie teuer ist eine Auswanderung?

Wie teuer ist eine Auswanderung?

Eine Auswanderung will nicht nur deshalb gut geplant sein, weil sie einen komplett neuen Lebensabschnitt einläutet. Sondern auch deshalb, weil sie in aller Regel ordentlich ins Geld geht.

Die Frage: “Wie teuer ist eine Auswanderung?” pauschal und allgemeingültig zu beantworten, ist allerdings nicht möglich.

Der eine Auswanderer wird vielleicht mit 5.000 Euro hinkommen, der andere Auswanderer wird ein deutlich höheres Startkapital brauchen. Wie teuer die Auswanderung am Ende wird, hängt von vielen verschiedenen Faktoren ab. Der Auswanderer sollte deshalb einige grundlegende Überlegungen anstellen und diese als Basis für seine Finanzplanung nehmen.

 

Zu den wichtigsten Kostenfaktoren
bei einer Auswanderung gehören folgende:

 

Die Umzugskosten

Ein Umzug in die USA ist ein Kostenfaktor, der sich satt im vierstelligen Bereich bewegt. Einrichtungsgegenstände und persönliche Dinge können entweder per Container und Schiff oder per Frachtflugzeug in die USA transportiert werden. Beide Möglichkeiten sind aber sehr teuer.

Neben aufwändigen Zollformalitäten kommt außerdem dazu, dass der Transport nur von Hafen zu Hafen oder von Flughafen zu Flughafen erfolgt. Damit die Fracht überhaupt an den Abfahrts- und den eigentlichen Zielort gelangt, werden LKWs notwendig.

Generell ist es oft der bessere Weg, gründlich auszumisten und nur ein paar wenige persönliche Dinge als Reisegepäck mitzunehmen. Alles andere kann verkauft und von dem Verkaufserlös dann vor Ort neu beschafft werden. Dies ist deshalb sinnvoller, weil so erstens Kosten eingespart werden und zweitens viele Geräte in den USA ohnehin nicht funktionieren.

Auch der Aufwand, der entsteht, bis ein Fahrzeug aus Deutschland zumindest für einen bestimmten Zeitraum auf amerikanischen Straßen unterwegs sein darf, lohnt sich in aller Regel nicht. Möchte sich der Auswanderer nicht von seinen Sachen trennen oder sich ein Hintertürchen offen lassen, falls die Auswanderung doch schiefgeht, kann er sie zunächst auch in Deutschland einlagern.

Doch selbst wenn der Auswanderer nur seinen Koffer mitnimmt, braucht er ein Flugticket. Dazu kommen die Transportkosten vom Flughafen zum Hotel oder zur Wohnung.

 

Die Kosten für Dokumente, Visa und andere behördliche Angelegenheiten

Viele Auswanderer unterschätzen die Kosten, die für alle behördlichen Angelegenheiten zusammenkommen. Meist müssen Dokumente und Unterlagen übersetzt und beglaubigt werden. Das Ausstellen von Dokumenten und Pässen verursacht genauso Kosten wie Passbilder und Visa.

Einige Prüfungen müssen frisch abgelegt werden, beispielsweise wenn es um den Führerschein oder die Anerkennung einer Berufsausbildung geht. Auch hierfür fallen Gebühren an. Teilweise sind ärztliche Atteste und Impfungen vorgeschrieben.

Die Krankenkassen übernehmen diese Kosten aber meist nicht. Sollen die Haustiere mit auswandern, kann die Rechnung vom Tierarzt ebenfalls ordentlich zu Buche schlagen. Der Auswanderer sollte also durchrechnen, wie viel Geld er für die behördlichen Angelegenheiten in Deutschland und am Zielort braucht.

 

Die Lebenshaltungskosten vor Ort

In einem verschlafenen Nest irgendwo in der Prärie oder in einer beschaulichen Kleinstadt werden 1.500 Euro pro Monat vielleicht genügen, um ganz gut über die Runden zu kommen.

In einer Großstadt oder einer angesagten Metropole wird dieses Geld aber oft nicht einmal reichen, um damit die Miete für ein Mini-Apartment zu bezahlen. Der Auswanderer sollte sich also im Vorfeld darüber informieren, wie hoch die Lebenshaltungskosten an seinem Zielort sind. Im Idealfall kann sich der Auswanderer vorab längere Zeit vor Ort aufhalten und selbst in Erfahrung bringen, wie hoch die Mieten sind, was für Strom, Wasser und Telefon eingeplant werden muss, was Lebensmittel kosten und was sonst noch an alltäglichen Ausgaben anfällt.

Andernfalls sollte er gründlich recherchieren, beispielsweise mithilfe des Internets. Wichtig bei der Kalkulation der Lebenshaltungskosten ist, auch an Ausgaben zu denken, die in Deutschland vielleicht nicht angefallen sind. Dies können beispielsweise das Schulgeld für die Kinder oder dringend notwendige Versicherungen wie die Krankenversicherung sein.

 

Die notwendigen Mittel für die Anfangszeit

Hat der Auswanderer bereits einen Arbeitsvertrag in der Tasche, kann er die notwendigen finanziellen Reserven etwas knapper kalkulieren. Ganz ohne Puffer sollte sich der Auswanderer aber auf keinen Fall auf den Weg machen. Dies liegt zum einen daran, dass das Arbeitsrecht im Ausland oft nur bedingt mit dem deutschen Arbeitsrecht zu vergleichen ist.

Gerade in den USA sind sehr kurze Kündigungsfristen völlig normal. Insofern kann es durchaus passieren, dass der Auswanderer schon nach wenigen Wochen wieder ohne Job dasteht. Ein soziales Netz wie in Deutschland gibt es meist ebenfalls nicht.

Bis der Auswanderer einen neuen Job gefunden hat, wird er die Übergangszeit deshalb mit eigenen Mitteln überbrücken müssen. Zum anderen fallen gerade in der Anfangszeit viele Anschaffungen an. So müssen beispielsweise die Wohnung eingerichtet und Schulmaterialien gekauft werden. Oft wird es sich auch nicht vermeiden lassen, dass sich der Auswanderer ein Auto zulegt.

Alle diese Ausgaben lassen das Ersparte schnell zusammenschrumpfen. Als grobe Empfehlung gilt, dass der Auswanderer über so viele Reserven verfügen sollte, dass er sechs Monate überbrücken kann. Außerdem sollte er natürlich gerade am Anfang, bis er Fuß gefasst hat, seine Finanzen möglichst zusammenhalten.

Finanzielle Puffer, z.B. für eine unvermeidbare Rückwanderung

Hat der Auswanderer durchgerechnet, wie viel ihn die Auswanderung kosten wird, sollte er zu seiner Summe noch einmal einen kleinen Puffer dazurechnen. Schließlich kann es durchaus passieren, dass er den einen oder anderen Kostenfaktor doch übersehen hat.

Auch vor einem Unfall, einer Erkrankung oder einem anderen Schicksalsschlag ist niemand gefeit. Außerdem sollte der Fall, dass die Auswanderung doch nicht klappt, sicherheitshalber eingeplant werden.

Natürlich möchte kein Auswanderer diese Möglichkeit ernsthaft in Erwägung ziehen, aber die Praxis zeigt, dass sich eine Rückwanderung oft eben einfach nicht verhindern lässt.

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