5 Mythen über High Schools in den USA

5 Mythen über High Schools in den USA

Nicht zuletzt durch etliche Filme und Fernsehserien haben viele ihr ganz eigenes Bild vom Leben als Schüler einer High School in den USA. Doch was davon stimmt tatsächlich und was ist frei erfunden oder jedenfalls deutlich übertrieben? Wir beleuchten die fünf häufigsten Mythen über High Schools einmal näher!

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5 Mythen über High Schools in den USA

Vorab: Was genau ist die High School?

Die High School ähnelt einer Gesamtschule in Deutschland. Als Einheitsschule für die sekundäre Ausbildung deckt sie die Jahrgangsstufen 9 bis 12 ab.

Weil es sich um eine Ganztagsschule handelt, verbringen die Schüler den ganzen Tag dort, wobei der Unterricht durch verschiedene außerschulische Aktivitäten an den Nachmittagen ergänzt wird.

Anders als in Deutschland beginnt das Kurssystem nicht erst in der 11. Klasse, sondern direkt mit der High School und damit schon ab der 9. Klasse. Neben einigen Pflichtfächern können die Schüler verschiedene Wahlfächer belegen. Jeder Kurs wird dann von Schülern der gleichen Jahrgangsstufe besucht.

Die Versetzung in die nächste Klassenstufe erfolgt, wenn der Schüler das jeweilige Programm erfolgreich absolviert hat. An einigen Schulen werden dafür Prüfungen geschrieben, an anderen Schulen nicht.

Neben dem Unterricht gibt es an den High Schools außerdem sogenannte AP-Programme. Mit diesen Programmen können die Schüler Punkte sammeln, die später im College angerechnet werden.

Am Ende der 12. Klasse findet eine Abschlussprüfung statt. Die Schüler erhalten dadurch ein High School Diploma, das zur Aufnahme eines Studiums berechtigt. Damit ist das High School Diploma mit dem deutschen Abitur vergleichbar.

Mythos Nr. 1: Alle Schüler an High Schools tragen Schuluniformen.

Normalerweise gibt es an US-amerikanischen High Schools keine Schuluniformen. Nur wenige Schulen haben Uniformen eingeführt, die das Gemeinschaftsgefühl verstärken und Konkurrenz, Neid oder unnötigen Ablenkungen wegen Kleidungsfragen vorbeugen sollen.

Meist handelt es sich bei diesen Schulen um Privatschulen oder bekannte Eliteschulen. Hier spielt dann auch der Stolz, Schüler der jeweiligen Schule zu sein, eine Rolle.

Obwohl die meisten Schüler in den USA also ihre eigene Kleidung tragen, gibt es an fast allen High Schools eine Kleiderordnung. Sie legt fest, welche Kleidung als angemessen gilt. Dabei können sich die Regelungen zum Beispiel auf die Länge von Röcken, das Make-up oder sichtbare Tattoos beziehen.

Mythos Nr. 2: Bei Prüfungen kommen nur Multiple-Choice-Tests zum Einsatz.

Zwar werden an High Schools durchaus Multiple-Choice-Tests verwendet, bei denen die Schüler die richtige Antwort nur ankreuzen müssen. In Mathe und anderen naturwissenschaftlichen Fächern ist das häufiger der Fall. Aber auch wenn Filme und Serien etwas anderes suggerieren, gibt es an US-amerikanischen Schulen eine Vielzahl von Testverfahren.

Welche Art von Test eingesetzt wird, richtet sich nach dem Schulfach und dem Ziel der Prüfung. In Geschichts- und Literaturkursen beispielsweise sind Essays und mündliche Prüfungen üblich.

Daneben können Projekte, die sich teils über längere Zeiträume erstrecken, Vorträge und umfangreiche Präsentationen oder praktische Prüfungen zur Beurteilung der Leistungen dienen.

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Mythos Nr. 3: Jeder Schultag beginnt mit dem Singen der Nationalhymne.

An vielen High Schools wird zu Beginn jedes Schultags der „Pledge of Allegiance“ gesprochen. Dahinter verbirgt sich ein Eid, der die Treue gegenüber dem Land und der Nation bekundet.

Der Eid hat folgenden Text: „I pledge allegiance to the flag of the United States of America, and to the republic for which it stands, one Nation under God, indivisible, with liberty and justice for all.“ Die Schüler und die Lehrer stehen auf und wenden sich der US-amerikanischen Flagge zu, während sie den Eid sprechen.

An einigen Schulen findet das morgendliche Ritual nur auf freiwilliger Basis statt. Andere Schulen wiederum gehen noch einen Schritt weiter und singen zusätzlich gemeinsam die amerikanische Hymne.

Genauso gibt es aber auch Schulen, die den Schwur auf die Flagge wegen rechtlicher Bedenken oder aus persönlicher Überzeugung inzwischen komplett abgeschafft haben.

Mythos Nr. 4: Das High School Leben ist vor allem Party und in den Pausen wird es wild.

Wie an allen Schulen überall auf der Welt gibt es natürlich auch an High Schools Schüler, die nur Quatsch, Spaß und Feiern im Sinn haben. Doch die große Mehrzahl der Schüler nutzt die Möglichkeiten, die die Zeit an der High School eröffnet, um die Weichen für die Zukunft zu stellen.

Ein charakteristisches Merkmal für die USA ist das ausgeprägte Gemeinschaftsgefühl. An den High Schools wird dies durch eine große Bandbreite an außerschulischen Aktivitäten gelebt. Sportteams, Musik- und Theatergruppen, Freiwilligenarbeit in Bereichen wie Umweltschutz oder Schülerregierungen sind nur ein paar Beispiele.

Daneben ist den meisten High Schools ein großes Anliegen, neben dem Vermitteln von Wissen auch Vorbereitungen für die berufliche Karriere zu fördern. Deshalb arbeiten die Schulen oft mit US-amerikanischen Unternehmen zusammen, in denen die Schüler Praktika absolvieren können.

Auch das Bild von wilden Pausenszenen aus Comedyserien oder Musicals, in denen Essen quer durch die Cafeteria fliegt oder eine Musikgruppe mit einer spontanen Gesangseinlage für Unterhaltung sorgt, hat wenig mit der Realität zu tun.

Tatsächlich geht es in den Cafeterien vergleichsweise gesittet zu. Das liegt daran, dass es nicht nur klare Verhaltensregeln gibt, sondern meistens auch eine Pausenaufsicht dafür sorgt, dass die Regeln eingehalten werden.

Außerdem nutzen viele Schüler die Pausen nicht nur, um etwas zu essen. Vielmehr sitzen sie zusammen, tauschen sich aus, arbeiten an gemeinsamen Projekten oder entspannen.

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Mythos Nr. 5: Das Leben an der High School ist sehr hart.

Während einige Filme und Serien das Leben an der High School als große Party darstellen, zeichnen andere Formate ein Bild, bei dem Bandenkriege, Mobbing und üble Streiche das Leben an der High School dominieren.

Die Figuren bedienen dabei alle gängigen Klischees, angefangen bei der oberflächlichen Cheerleader-Zicke über den überehrgeizigen Sportler bis hin zum gequälten Streber, der keinen Anschluss findet. 

In Wahrheit ist der Alltag an den High Schools aber genauso vielschichtig wie überall auf der Welt. Sicherlich gibt es Zicken, Mobber und kriminelle Jugendliche. Aber es gibt eben auch Schüler und Lehrer, die sich für ein faires Miteinander und ein positives Umfeld einsetzen.

Außerdem gibt es an US-Schulen immer häufiger Programme, die gezielt für Sicherheit und Schutz sorgen und gleichzeitig konsequent gegen Gewalt und Mobbing vorgehen.

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Gerd Fröhlich, - Auslandskorrespondent, Gabi Naue-Rogers, - Expat in Amerika (USA) und Tobi Meissner, - Reiseblogger und Backpacker, sowie Christian Gülcan, Betreiber und Redakteur dieser Webseite, schreiben hier Wissenswertes, Tipps, Anleitungen und Ratgeber zu den USA und der Greencard.

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