Rauchen in den USA

Rauchen in den USA

In den USA wird hitzig diskutiert und leidenschaftlich gestritten, bevor ein Gesetz verabschiedet wird. Doch wenn ein Gesetz einmal erlassen ist, wird es auch ernsthaft umgesetzt. Es gilt dann das Motto “It’s the law”, was sinngemäß soviel heißt wie “Gesetz ist Gesetz”. Mit den Nichtraucher-Schutzgesetzen, auf Englisch Smoking bans oder smoke free laws, verhält es sich genauso.

Rauchen in den USA

Fast alle Bundesstaaten haben ein Rauchverbot an öffentlichen Plätzen übernommen. Tatsächlich unterscheiden sich die Regelungen in den USA gar nicht so sehr vom Nichtraucherschutz in Europa. Nur sind die Strafen bei Verstößen höher.

Wir haben zusammengestellt, was Reisende und Auswanderer zum Rauchen in den USA wissen sollten:

Die Preise für Zigaretten

Anders als in Deutschland gibt es in den USA keine Preisbindung für Zigaretten. Deshalb gehen die Zigarettenpreise ziemlich weit auseinander. Während eine Schachtel Zigaretten in Kalifornien und Florida um die 6 Dollar kostet, sind es in Arizona rund 8 Dollar und in Illinois 11,50 Dollar.

In New York besagt das Gesetz, dass Zigaretten sogar mindestens 13 Dollar kosten müssen.

Über die gesamten USA gesehen, liegt der Preis im Mittel bei 7,26 Dollar. Die regionalen Marken sind dabei etwas günstiger als die großen, namhaften Marken. Meist enthält eine Schachtel 20 Zigaretten.

Die Altersgrenzen

Der Konsum von Alkohol ist zum Teil per Gesetz verboten. Im Unterschied dazu gibt es so ein Verbot für das Rauchen an sich nicht. Allerdings ist es, wie in Deutschland auch, erst ab einem bestimmten Alter erlaubt, Zigaretten zu kaufen.

Wo die Altersgrenze liegt, ist in den Bundesstaaten unterschiedlich geregelt. Überwiegend beträgt das Mindestalter 18 Jahre. Es gibt aber auch Bundesstaaten, in denen der Zigarettenkäufer mindestens 19 Jahre oder sogar 21 Jahre alt sein muss.

Das Rauchen in der Öffentlichkeit

Solange es sich mit dem Bundesgesetz vereinbaren lässt, kann jeder Bundesstaat und selbst jede einzelne Stadt ihre eigenen Regelungen zum Nichtraucherschutz erlassen. Für jemanden, der von auswärts kommt, ist es dadurch nicht unbedingt einfach, den Überblick zu bewahren, wo er rauchen darf und wo nicht.

In Kalifornien zum Beispiel gilt ein Rauchverbot an Stränden und in Parks, in Fußgängerzonen und in der Nähe von Schulen und Kindergärten. In Florida hingegen gibt es in öffentlichen Gebäuden wie beispielsweise Bahnhöfen sogar eigens eingerichtete Raucherzonen.

Generell handhaben Bundesstaaten, die traditionell konservativ sind, den Umgang mit der Zigarette eher locker. In Staaten und Metropolen, in denen viele Menschen zusammenkommen, wird der Nichtraucherschutz hingegen oft deutlich strenger umgesetzt.

Tatsächlich fährt der Raucher am besten, wenn er sich nach einem Aschenbecher umschaut und solange dort stehen bleibt, bis seine Zigarette fertig ist. Damit ist er auf der sicheren Seite.

Das Rauchen in Restaurants und Bars

In so gut wie allen Restaurants und Dinners darf nicht geraucht werden. In Bars hingegen ist das Rauchen oft gestattet. Das gilt jedenfalls für die Bars, die hauptsächlich Getränke verkaufen und kein oder nur wenig Essen servieren. Auch in den Tabakläden ist das Rauchen meist erlaubt.

Andererseits lassen sich die Restaurants und Bars etwas für ihre rauchenden Kunden einfallen. Immerhin sorgen sie für Umsatz. Deshalb gibt es im Eingangsbereich oft Aschenbecher oder im Freien werden Tische und Sitzgelegenheiten für Raucher eingerichtet.

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Dort, wo es wie beispielsweise in Philadelphia nicht erlaubt ist, Aschenbecher aufzustellen, bekommt der Gast vom Barkeeper als Aschenbecher-Ersatz gerne mal einen mit etwas Wasser gefüllten Becher.

Das Rauchen in den Wohnungen

Bereits 2004 hatte Auburn im Bundesstaat Main ein Rauchverbot in städtischen Wohnungen verhängt. Kurze Zeit später schlossen sich Boston, Detroit und viele andere Städte an.

Das Rauchverbot zielte aber nicht nur auf den Nichtraucherschutz ab. Stattdessen sollte es auch die Reinigungskosten senken und den Brandschutz erhöhen. Mieter, die eine Wohnung von der Stadt mieten, müssen deshalb vor die Tür gehen, wenn sie rauchen möchten.

Außerdem ist es so, dass ein Vermieter selbst festlegen kann, ob in seinen Wohnungen geraucht werden darf oder ob nicht. Genauso kann er einen Mieter ablehnen, wenn dieser Raucher ist. In Wohnanlangen gilt inzwischen fast überall ein Rauchverbot für den gesamten Komplex.

Allerdings ist bisher noch nicht endgültig geklärt, wie sich ein Rauchverbot in der eigenen Wohnung mit der Privatsphäre vereinbaren lässt. Ausnahmeregelungen für ältere oder behinderte Personen, die nicht so einfach ihre Wohnung verlassen können, fehlen ebenfalls noch.

Andererseits ist das Rauchen von medizinischem Marihuana, das in diversen Bundesstaaten mittlerweile legalisiert ist, aus gesundheitlichen Gründen oft vom Rauchverbot ausgenommen. Es bleibt also abzuwarten, welche weiteren Entwicklungen zum Rauchverbot in der eigenen Wohnung es geben wird.

Die Strafen bei Missachtung des Rauchverbots

Empfindliche Geldstrafen drohen, wenn im Auto geraucht wird und ein minderjähriges Kind mit im Auto sitzt. Gleiches gilt, wenn die Kippe während der Fahrt aus dem Fenster geworfen wird. Dann ist die Strafe sogar noch höher, denn zusätzlich wird Umweltverschmutzung und eventuell die Gefahr, einen Waldbrand auszulösen, geahndet.

Ansonsten legen die Bundesstaaten und Städte die Höhe der Strafen, die bei einem Verstoß gegen das Rauchverbot verhängt werden, selbst fest. Oft sind die Strafen gestaffelt, so dass sie zunehmend höher werden, je öfter der Raucher erwischt wird.

Grundsätzlich machen die Behörden keine Unterschiede zwischen Einheimischen und Touristen. Bloß weil jemand Tourist, wird er also nicht bevorzugt behandelt oder weniger streng bestraft. Deshalb ist es am besten, wenn sich der Reisende dort dazustellt, wo andere rauchen, oder nach einem fest angebrachten Aschenbecher Ausschau hält.

Die Regelungen zur E-Zigarette

Im Flugzeug werden E-Zigaretten wie normale Zigaretten behandelt und sind folglich an Bord verboten. Zum Umgang mit E-Zigaretten in den USA hat die U.S. Food and Drug Administration bisher keine verbindliche Entscheidung getroffen.

Einige Bundesstaaten wenden für E-Zigaretten deshalb die gleichen Regeln an wie für klassische Zigaretten. Dort, wo nicht geraucht werden darf, gilt das Rauchverbot somit für Zigaretten jeglicher Art. Und es sieht momentan so aus, dass sich diese Regelung bundesweit durchsetzen wird.

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Gerd Fröhlich, 48 Jahre, Auslandskorrespondent, Gabi Naue-Rogers, 41 Jahre, Expat in Amerika und Tobi Meissner, 38 Jahre, Reiseblogger und Backpacker, sowie Christian Gülcan, Betreiber und Redakteur dieser Seite, schreiben hier Wissenwertes, Tipps, Anleitungen und Ratgeber zu den USA und der Greencard.

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