Das Burning Man Festival in der Wüste Nevadas

Das Burning Man Festival in der Wüste Nevadas

Künstler, Träumer, Musikbegeisterte, Kreative, Freigeister, Macher: Alljährlich im Spätsommer kommt eine bunte Mischung aus verschiedensten Menschen zusammen, um in der Wüste Nevadas ein außergewöhnliches Festival zu feiern.

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Das Burning Man Festival in der Wüste Nevadas

Die Veranstaltung hat längst Kultstatus und wer einmal dabei war, erzählt von einem Erlebnis, das sein Leben verändert hat. Die Rede ist vom Burning Man Festival.

Und was es damit auf sich hat, verraten wir in diesem Beitrag:

Die Geschichte des Burning Man Festivals

Der Begründer des Festivals ist der inzwischen verstorbene Larry Harvey. Die Legende besagt, dass Harvey Liebeskummer hatte.

Um sich abzulenken, baute er eine große Holzfigur und verbrannte sie zusammen mit Freunden am Baker Beach, einem Strand in San Fransisco. Das war 1986 und zugleich die Geburtsstunde des Burning Man Festivals.

In den folgenden Jahren wurde das Festival dann wiederholt. Allerdings wurde es 1990 verboten, die Statue am Strand zu verbrennen. Außerdem wuchs mit jedem Jahr die Anzahl der feierfreudigen Teilnehmer, so dass der Platz bald zu klein wurde. Deshalb zog das Burning Man Festival in die Black Rock-Wüste in Nevada um.

Rund 30 Jahre später ist aus dem kleinen Festival mit ursprünglich 20 Teilnehmern ein riesiges und außergewöhnliches Event mit gut 75.000 Besuchern geworden.

Doch an der Grundidee hat sich nichts geändert. Harvey hatte zehn Prinzipien verfasst, die bis heute Bestand haben und das Festival prägen. Jedes dieser Prinzipien soll dazu beitragen, sich selbst zu finden, das eigene Ich auszuleben und sein Glück zu suchen.

Aber es geht auch darum, die Glücksmomente mit anderen zu teilen, sich gegenseitig zu respektieren und Verantwortung zu übernehmen.

Kunst, Freiheit, Selbstdarstellung, Träume und Party dürfen zelebriert werden. Erlaubt ist alles, was den anderen Festival-Besuchern nicht schadet. Jeder, der eine gute Zeit haben möchte, ist herzlich willkommen.

Das gilt für Jugendliche und Erwachsene genauso wie für Senioren und Familien mit kleinen Kindern. Kids, die noch keine zwölf Jahre alt sind, brauchen noch nicht einmal ein Ticket für das Festival.

Das macht das Burning Man Festival in der Wüste Nevadas so besonders

Das Burning Man Festival dauert neun Tage und endet immer am ersten Montag im September. In dieser Zeit verwandelt sich die Wüste Nevadas in eine Mischung aus gigantischer Kunstausstellung, Ort der Selbstdarstellung, Musikbühne und Partylocation.

Für das Festival wird eine temporäre Stadt errichtet. Sie ist im Halbkreis angelegt und die verschiedenen Wohnblocks bestehen aus Zelten, Jurten und Wohnmobilen.

Dazwischen verlaufen Straßen mit kunstvollen Fantasienamen, verschiedenste Kunstinstallationen steuern die Zierde bei. Autos sind in der Stadt namens Black Rock City verboten. Stattdessen gehen die Besucher zu Fuß, fahren Fahrrad oder bewegen sich mit einem Art Car durch die Stadt.

Beim Burning Man Festival werden die Art Cars auch Mutant Vehicles genannt und das Festival ist für seine besonders kreativen, phantasievollen, außergewöhnlichen und teils skurrilen Gefährte bekannt.

Das Zentrum der Stadt ist ein Platz, der ganz bescheiden Best Place on Earth heißt. Die Besucher können sich selbst um ihre Verpflegung kümmern.

In der Zeltstadt gibt es aber auch Gemeinschaftsküchen, einige Bars, Imbisse und Restaurants. Ein Krankenhaus ist ebenso vorhanden wie sanitäre Anlagen oder eine Bowlingbahn.

Der Gedanke hinter der Veranstaltung ist aber nicht, eine große Zeltstadt zu errichten, in der die Besucher in erster Linie Gäste sind. Vielmehr wird jeder Besucher Mitglied einer schrillen, ungewöhnlichen und vielseitigen Gemeinschaft auf Zeit.

Alles was passiert, wird als gemeinsame Erfahrung durch die Gemeinschaft geschaffen. Deshalb wird das Festival erst dann außergewöhnlich, kreativ und einzigartig, wenn es auch seine Besucher sind.

Im Unterschied zu vielen anderen Festivals steht beim Burning Man nicht nur die Musik und das Feiern im Mittelpunkt. Vielmehr geht es eben auch darum, sich kreativ auszutauschen, sich inspirieren zu lassen und neue Ideen zu entwickeln. Verrückte Outfits und ausgefallene Kunstobjekte sind vor diesem Hintergrund fast schon ein Muss.

Zu den größten Highlights gehört das Verbrennen einer riesigen Statue am sechsten Tag des Festivals. Die Statue sieht jedes Jahr anders aus und eben dieser Burning Man gibt dem Festival seinen Namen.

Nach dem Festival wird die komplette Stadt wieder abgebaut. Ein Team aus ehrenamtlichen Mitarbeitern sorgt dafür, dass alle Spuren verschwinden.

Vor allem Müll wird dabei sehr sorgfältig entsorgt. Die Wüste wird wieder zur Wüste und es scheint, als hätte es die zauberhafte Stadt nie gegeben. Jedenfalls bis die Stadt im nächsten Jahr zurückkehrt und eine neue Traumwelt eröffnet.

Die Tickets für das Event der Extraklasse

Das Burning Man Festival ist einzigartig, außergewöhnlich und unvergleichbar. Kein Wunder, dass die Tickets heiß begehrt sind. Doch ein ganz normaler Ticketverkauf würde nicht zum Festival passen.

Deshalb gibt es mehrere Zeitpunkte, zu denen sich Fans um Tickets bewerben können. Und je nach Zeitpunkt sind die Preise verschieden.

Den Anfang macht ein Vorverkauf im Januar. Wer sich dafür anmeldet, kann Tickets für $ 990 und $ 1.200 bekommen. Pro Person sind bis zu vier Tickets möglich. Im März startet ein Verkauf, bei dem sich der Besucher für Tickets zum Preis von $ 425 bewerben kann.

Die letzte Chance gibt es dann kurz vor dem Festival. Ende Juli oder Anfang August werden noch einmal 2.000 Tickets für $ 425 verkauft. Bei der Bewerbung um die Tickets reicht es aber nicht aus, einfach nur den Namen und die Anschrift zu hinterlegen. Vielmehr muss der Bewerber einige Fragen zum Festival beantworten.

Ein besonderes Angebot gibt es für Leute, die nur ein kleines Einkommen haben. Damit sie am Festival teilnehmen können, gibt es spezielle Low Income Tickets für $ 190. 4.000 Stück davon werden jedes Jahr herausgegeben. Die Bewerbung für so ein Ticket ist zwischen Februar und April möglich.

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Gerd Fröhlich, 48 Jahre, Auslandskorrespondent, Gabi Naue-Rogers, 41 Jahre, Expat in Amerika und Tobi Meissner, 38 Jahre, Reiseblogger und Backpacker, sowie Christian Gülcan, Betreiber und Redakteur dieser Seite, schreiben hier Wissenwertes, Tipps, Anleitungen und Ratgeber zu den USA und der Greencard.

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