7 Geisterstädte in Arizona

7 Geisterstädte in Arizona

Mitten im Nirgendwo, umgeben von schier endlosen, trockenen Wüstenlandschaften, liegt eine verlassene Stadt. Zwischen den alten, teils schon etwas verfallenen Holzhäusern stehen bestenfalls ein paar rostige Autos herum. Während die Sonne vom strahlend blauen Himmel brennt, ist gelegentlich eine knarrende Tür zu hören.

7 Geisterstädte in Arizona

Doch die gespenstische Stille wird jäh unterbrochen, als der Wind eine verrostete Blechdose laut klappernd über den Weg treibt. – Was nach einer Szene aus einem Gruselfilm klingt, kann in Arizona Wirklichkeit werden. Denn hier gibt es eine Reihe von Geisterstädten.

Wer also Lust auf echtes Wild West Feeling hat und auf den Spuren der Goldgräber wandeln möchte, kann auf eine spannende Erkundungstour durch alte Minenstädte gehen.

Und um die Auswahl etwas zu erleichtern, stellen wir sieben Geisterstädte in Arizona vor!:

  1. Oatman

Oatman liegt nicht weit von der kalifornischen Mojave Wüste entfernt in den Black Mountains. Im Jahr 1908 wurde sie nach einer Frau namens Oatman benannt. Nach einem Goldfund erlebte die Stadt einen riesigen Boom.

Sie wuchs ordentlich und die Einwohnerzahl vervielfachte sich. Allerdings hielt die Glückssträhne nicht lange an. Denn 1921 brannte Oatman nieder. Nachdem die Bewohner den Schock verdaut hatten, bauten sie ihren Ort wieder komplett auf und viele der historischen Gebäude stehen bis heute.

Inzwischen ist Oatman ein beliebtes Touristenziel. Jedes Jahr zieht es zahlreiche Besucher aus aller Welt in den kleinen Ort. Ein Grund dafür ist sicherlich auch die Lage an der Route 66.

Das Gefühl von einer einsamen, abgeschiedenen Geisterstadt wird sich in Oatman zwar eher nicht einstellen. Doch die historischen Gebäude und die Burros, das sind wilde Esel, sind definitiv einen Besuch wert.

  1. Hackberry

Rund 50 Meilen über die Route 66 von Oatman entfernt, wartet mit Hackberry gleich die nächste Geisterstadt. In dem beschaulichen Ort wurde bereits 1874 damit begonnen, Silber abzubauen. Gleichzeitig wurde die Stadt zum Schauplatz zahlreicher Kämpfe und Schießereien.

Hackberry wurde nie wirklich als dauerhafte Stadt angesehen. Und spätestens als vier Meilen entfernt die Neustadt zum Leben erwachte, schien das Ende der Altstadt besiegelt. Doch das Interesse an der Route 66 wirkte sich auch auf Hackberry aus.

Später, als die historische Landstraße an Attraktivität verlor, geriet der Ort ebenfalls zunehmend in Vergessenheit. Heute steht Hackberry bei Besuchern wieder hoch im Kurs. Ein Grund dafür ist der Hackberry General Store, in dem verschiedenste Exponate die spannende Geschichte der Stadt erzählen.

  1. Ruby

Ende des 19. Jahrhunderts gegründet, sorgten Goldfunde dafür, dass Ruby um die Jahrhundertwende herum zum größten Lager der Berg- und Minenarbeiter wurde. Allerdings erlangte die Stadt in den 1920er-Jahren traurige Berühmtheit.

Seinerzeit schossen mexikanische Banditen zwei Brüder nieder. Im Laufe der Zeit folgten weitere Morde und brutale Verbrechen, wodurch die Stadt den zweifelhaften Ruf als blutiger Ort weghatte.

Bereits 1941 verwandelte sich die einstige Goldgräberstadt in eine Geisterstadt. Doch den alten Gebäude ist der lange Leerstand kaum anzusehen. Tatsächlich gehört Ruby zu den am besten erhaltenen Geisterstädten in Arizona.

Wer sich für das Leben der Goldgräber um 1900 interessiert, erhält in Ruby interessante Einblicke in die Geschichte. Mindestens genauso spannend und abenteuerlich ist aber auch schon der Weg, den der Besucher nehmen muss, um überhaupt nach Ruby zu kommen.

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  1. Goldfield

Als der Goldrausch ausbrach, erlebte Goldfield im Jahr 1892 einen ersten großen Ansturm. Doch der Boom währte nur kurz. Gerade einmal fünf Jahre später waren die Goldminen nämlich ausgeschöpft und die Bewohner verließen die Stadt. In den 1920er-Jahren lebte die Stadt dann unter dem Namen Youngsberg neu auf. Aber auch dieses Mal blieb es bei einem kurzen Gastspiel.

Erst in den 1960er-Jahren meldete sich Goldfield erfolgreich zurück. Im Rahmen von Bauarbeiten wurde nämlich das alte Stadtbild rekonstruiert. Heute kann der Besucher auf eine sehr authentische Art das Ambiente in einer verlassenen Stadt aus Goldgräberzeiten erleben.

Ein Saloon, ein Gefängnis, mehrere Geschäfte und Wohnhäuser sowie Führungen durch die alten Minen lassen echtes Wild West Feeling aufkommen. Und wer möchte, kann sich selbst im Goldwaschen versuchen.

  1. Chloride

Chloride wurde 1863 als Silberminenstadt gegründet. Durch die stetig wachsende Anzahl an Bewohnern vergrößerte sich auch der Ort. Im Laufe der Zeit kamen so zu den Silberminen und den Wohnhäusern mehrere Saloons, eine Schmiede, eine Brauerei und ein Postamt dazu. Die Minen warfen reiche Erträge ab und bescherten der Stadt Gewinne in Millionenhöhe.

Eine komplett verlassene Geisterstadt ist Chloride nicht. Vielmehr leben auch heute noch einige Menschen hier. Die historischen Gebäude, antike Geschäfte und mehrere Restaurants machen die frühere Silberstadt zu einem sehenswerten Ausflugsziel.

  1. Tombstone

Die vermutlich bekannteste Wild West Geisterstadt der USA befindet sich unweit von Tucson. Tombstone wurde 1879 gegründet und wuchs innerhalb kürzester Zeit deutlich. Bekanntheit erlangte die Stadt zwei Jahre nach ihrer Gründung, als es im O. K. Corral zu einer großen Schießerei mit drei Toten kam.

Vom einstigen Tombstone sind heute zwar nur noch ein paar Saloons übrig. Aber dafür kann der Besucher mit einer Postkutsche durch die Stadt fahren oder sich anschauen, wie Schauspieler die berühmte Schießerei nachstellen.

Außerdem befindet sich in Tombstone der größte Rosenbusch der Welt. Auch für ein bisschen Romantik ist also gesorgt.

  1. Castle Dome

Das frühere Castle Dome lag am Ufer des Colorado River und diente als Anlaufstelle für die Dampfschiffe, die auf dem Fluss unterwegs waren und die Versorgung für die Minen in den Bergen sicherstellten. Inzwischen sind die Überreste größtenteils im Stausee des Imperial Dam versunken.

Größtenteils deshalb, weil Mitte der 1990er-Jahre ein Projekt startete, bei dem die Stadt auf ein Grundstück in der Nähe umgesiedelt und die alten Gebäude restauriert werden sollten. Sieben Gebäude der Geisterstadt konnten so tatsächlich wieder aufgebaut werden.

Auch die historischen Daten und sogar alltägliche Gegenstände und Werkzeuge aus längst vergangenen Tagen sind erhalten geblieben. Sie sind im Museum der neuen alten Geisterstadt zu bestaunen.

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Gerd Fröhlich, 48 Jahre, Auslandskorrespondent, Gabi Naue-Rogers, 41 Jahre, Expat in Amerika und Tobi Meissner, 38 Jahre, Reiseblogger und Backpacker, sowie Christian Gülcan, Betreiber und Redakteur dieser Seite, schreiben hier Wissenwertes, Tipps, Anleitungen und Ratgeber zu den USA und der Greencard.

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