Ratgeber zum Führerschein in den USA, Teil 1

Ratgeber zum Führerschein in den USA, Teil 1

Klar, wer in den USA lebt und arbeitet, möchte in aller Regel auch Auto fahren. Und wie in Deutschland braucht es dafür einen Führerschein. Doch in den USA ist der Führerschein weit mehr als nur die Fahrerlaubnis.

Führerschein in den USA

Vielmehr ist die scheckkartengroße Karte ein wichtiges Ausweisdokument. Grund genug, diesem Thema einen ausführlichen Beitrag zu widmen.

Hier ist also Teil 1 unseres Ratgebers zum Führerschein in den USA!

 

Führerschein und Ausweisdokument in einem

In den USA heißt der Führerschein driver’s license. In jedem Bundesstaat sieht der Führerschein ein bisschen anders aus. Gemeinsam ist aber allen Führerscheinen, dass es sich um eine Plastikkarte im Scheckkartenformat handelt, auf der sich ein Foto des Inhabers befindet.

Im Prinzip ähnelt der US-amerikanische Führerschein damit der neuen Generation der deutschen Führerscheine.

Anders als hierzulande ist der Führerschein in den USA aber nicht nur der Nachweis dafür, dass der Fahrer das entsprechende Fahrzeug führen darf. Stattdessen hat der Führerschein gleichzeitig die gleiche Funktion wie in Deutschland der Personalausweis.

Wird eine Person in einem Geschäft, einem Restaurant, einem Hotel, bei einer Behörde, in einem Amt oder bei einer Polizeikontrolle nach ihrer ID gefragt, dann möchte der Gesprächspartner den Führerschein sehen. Ein gesondertes Ausweisdokument haben in den USA nur diejenigen, die keinen Führerschein haben. Deshalb zählt der Führerschein in den USA zu den wichtigsten Dokumenten im alltäglichen Leben.

Davon abgesehen, gehört das Autofahren zum amerikanischen Way of life einfach dazu. Das fängt schon damit an, dass die Arbeitsstelle und auch Einkaufszentren ohne Auto oft kaum zu erreichen sind. Denn öffentliche Verkehrsmittel sind nicht immer vorhanden und selbst wenn, würde die Fahrt aufgrund der teils großen Entfernungen viel zu lange dauern. Schon amerikanische Jugendliche, die den Führerschein in vielen Bundesstaaten mit 15 Jahren machen können, fahren mit ihrem Auto in die Schule.

Wichtig ist der Führerschein aber auch mit Blick auf die Autoversicherung. Grundsätzlich ist es zwar nicht ausgeschlossen, eine Versicherung mit einem ausländischen Führerschein abzuschließen. Allerdings wird es schwierig, eine Versicherung zu finden. Und wenn es klappt, wird die Prämie sehr hoch sein. Wesentlich leichter wird es, wenn der Fahrer einen US-amerikanischen Führerschein vorlegen kann. Und je länger er den Führerschein hat, desto niedriger wird die Versicherungsprämie. Wobei hier auch noch ein paar andere Faktoren eine Rolle spielen.

 

Kein US-Führerschein für Touristen

Früher nutzten Austauschschüler, Au-Pairs und teils auch Touristen die Möglichkeit, den Führerschein in den USA zu machen. Denn der Führerschein kostet weniger als hierzulande und die Prüfungen gelten als einfacher. Doch nach den Terroranschlägen im September 2001 ist das so nicht mehr ohne Weiteres möglich.

Die Bestimmungen, wer wann einen Führerschein beantragen kann, wurden nämlich überarbeitet. Das Ziel dabei war, dass nur noch die Personen, die sich legal in den USA aufhalten, die Möglichkeit haben sollen, ein Ausweisdokument zu bekommen. Einheitliche Regelungen gibt es aber nicht. Stattdessen hat jeder Bundesstaat seine eigenen Vorschriften. Diese wiederum sind nicht in Stein gemeißelt, sondern können sich jederzeit ändern.

Eine Regelung gilt aber überall: Ein ausländischer Führerschein bleibt in den USA ein Jahr lang gültig. Wer als Auswanderer in die USA kommt, hier als Schüler ein Austauschjahr macht, studiert oder befristet in den USA arbeitet, kann mit seinem deutschen Führerschein also höchstens ein Jahr lang fahren. Danach muss ein US-amerikanischer Führerschein her. Ansonsten muss das Auto in der Garage bleiben.

 

Die Dokumente für den Führerschein

Hat der Auswanderer eine Greencard oder ein Visum, sollte er sich um seinen US-amerikanischen Führerschein kümmern. Dafür hat er zwar eigentlich ein Jahr lang Zeit. Aber so ein Jahr ist schnell vorbei und wenn er dann immer noch seinen deutschen Führerschein hat, kann es schwierig werden.

Welche Unterlagen der Auswanderer braucht, um den US-Führerschein zu beantragen, hängt zum einen von seiner Ausgangssituation und zum anderen vom Bundesstaat ab. Denn jeder Bundesstaat hat seine eigenen Vorschriften. Pauschale, allgemeingültige Aussagen sind deshalb nicht möglich. Am besten ist, wenn sich der Auswanderer an die zuständige Führerscheinstelle in seinem Bundesstaat wendet.

Je nach Bundesstaat heißt die Behörde beispielsweise Departement of Transportation, Department of Motor Vehicels, Departement of Highway Safety and Motor Vehicels oder einfach nur kurz DOT. Wenn der Auswanderer aber „driver‘s license“ oder „DOT“ und seinen Bundesstaat in eine Suchmaschine eingibt, wird er die richtige Internetseite finden. Auf der Seite der Behörde ist aufgeführt, welche Unterlagen der Auswanderer bei seinem Antrag benötigt.

Tatsächlich wird in den meisten Fällen die SSN, also die Social Security Number, das entscheidende Kriterium sein. Denn diese Nummer ist gewissermaßen der Nachweis dafür, dass sich der Auswanderer legal in den USA aufhält. Zudem wird der Auswanderer eine gültige Anschrift in den USA brauchen. Aber noch einmal: Da die Bestimmungen von Bundesstaat zu Bundesstaat variieren und sich zudem jederzeit ändern können, sollte sich der Auswanderer bei der zuständigen Behörde erkundigen. Dort erhält er eine verbindliche Auskunft.

Im 2. Teil des Ratgebers schauen wir uns an, wie die Führerscheinprüfung abläuft und wie der Auswanderer zu seinem US-Führerschein kommt.

Mehr Ratgeber, Tipps und Anleitungen:

Thema: Ratgeber zum Führerschein in den USA, Teil 1

Teilen:

Kommentar verfassen