Die wichtigsten Infos zum Restaurantbesuch in den USA

Die wichtigsten Infos zum Restaurantbesuch in den USA 

Wer sich in den USA aufhält oder gar dorthin ausgewandert ist, wird sich natürlich hin und wieder auch einen Restaurantbesuch gönnen. Dieser läuft zwar im Großen und Ganzen ähnlich ab wie hierzulande, doch die Unterschiede liegen im Detail. Wer sich also nicht gleich als Europäer outen möchte, sollte die Grundregeln kennen.

 

Die folgende Übersicht fasst die wichtigsten
Infos zum Restaurantbesuch in den USA zusammen:
 

Das Dinner ist die wichtigste Mahlzeit des Tages.

In den USA beginnt der Tag mit einem ordentlichen Frühstück. Bei einem typischen American Breakfast werden Eier, Schinken, Speck, Würstchen, Cornflakes, Marmelade, Sirup, Pfannkuchen, Toast und Croissants serviert. Getrunken werden Saft und Kaffee oder Tee. Ein Continental Breakfast ist eher süß ausgerichtet und fällt bescheidener aus.

Nach der guten Stärkung am Morgen gibt es um die Mittagszeit meist nur einen schnellen Snack, beispielsweise ein Sandwich, einen Hotdog oder einen kleinen Salat. Die Hauptmahlzeit in den USA ist das Dinner. Es beginnt üblicherweise mit einem Drink oder Cocktail, danach folgen eine Vorspeise, die Hauptspeise und ein Dessert.

Die normale Zeit für das Dinner liegt zwischen 18 oder 19 und 21 Uhr. Viele Restaurants bieten aber early birds an. Bei diesen frühen Vögeln handelt es sich um Sonderangebote, die ab etwa 16.30 Uhr bis zum Beginn des normalen Dinnergeschäfts angeboten werden. Serviert werden dabei meist die normalen Gerichte von der Speisekarte, nur zu einem günstigeren Preis. Ebenfalls recht günstig sind die daily specials, die Tagesangebote oder aktuellen Empfehlungen des Küchenchefs.  

Die Auswahl an Restaurants ist groß.

Die Palette an Restaurants in den USA deckt die gesamte Bandbreite von Fast Food bis Haute Cuisine ab und ist ebenso vielseitig und multikulturell ausgerichtet wie die US-amerikanische Gesellschaft. Die Vielfalt zeigt sich aber auch in Sachen Qualität und Preisniveau. Generell lässt es sich zum einen in Fast-Food-Restaurants preisgünstig essen.

Zum anderen bieten ethnische Restaurants, also beispielsweise der Chinese, Mexikaner, Italiener oder Japaner um die Ecke, gutes Essen für kleines Geld. Teuer hingegen wird es, wenn irgendwo das Wort french (französisch) auftaucht, egal ob der Koch aus Frankreich kommt oder das Restaurant französische Küche serviert.  

Die Bedienung weist den Platz zu.

Betritt der Gast ein Restaurant, sucht er sich nicht selbst einen Platz aus. Stattdessen wartet er, bis er von einem Angestellten begrüßt und an einen freien Tisch geführt wird. Hintergrund hierfür ist, dass alle Kellner die Chance auf gutes Trinkgeld haben sollen, unabhängig davon, ob sie für einen Bereich mit beliebteren oder weniger beliebten Tischen zuständig sind. Gefällt dem Gast der zugewiesene Platz nicht, kann er aber selbstverständlich um einen anderen Tisch bitten.

Zudem wird der Gast nach seinen Wünschen gefragt und kann beispielsweise angeben, ob er im Raucher- oder Nichtraucherbereich (smoking/non-smoking), in einer Nische (in the booth) oder am Fenster (at the window) sitzen möchte. Dass Gäste zu fremden Personen an einem Tisch dazugesetzt werden, ist in den USA nicht üblich. Die Privatsphäre der Gäste soll nämlich nicht gestört werden.

Hat der Gast seinen Platz eingenommen, kommt die Bedienung an den Tisch. Sie begrüßt den Gast und stellt sich mit „Hi, my name is ….. I‘m your waiter/waitress for today.“ (Hallo, ich heiße ….. Ich bin heute ihr/ Kellner/Kellnerin.) vor. Anschließend überreicht die Bedienung die Speisekarten (menus), zählt die Tagesempfehlungen auf und fragt, ob der Gast einen Drink oder Cocktail (Something from the bar?) möchte. Danach nimmt sie die Bestellung auf. 

Gegessen wird mit der Gabel und Reste werden mitgenommen.

Auf den Tischen in den Restaurants stehen in aller Regel Karaffen mit Eiswasser. Dieses Wasser kann der Gast bedenkenlos trinken. Wer sparen möchte, bleibt beim Eiswasser und verzichtet auf ein zusätzliches Getränk. Ist das Wasser ausgetrunken, wird die Karaffe kostenfrei wieder aufgefüllt. Aber auch viele Getränke werden als refills angeboten. Hierbei bezahlt der Gast sein Getränk einmal, kann sich sein Glas aber jederzeit wieder auffüllen lassen.

Zum Essen wird meist nur eine Garnitur Besteck gereicht. Wer die Vorspeise aufgegessen hat, sollte sein Besteck also nicht auf dem Teller ablegen, sondern es auf der Serviette platzieren. In den USA ist es nicht üblich, nach neuem Besteck für den nächsten Gang zu fragen.

Überhaupt benutzen US-Amerikaner ihr Besteck anders als hierzulande. So nutzen sie das Messer, um das Fleisch oder den Fisch auf ihrem Teller zu zerkleinern. Dies erfolgt direkt, nachdem das Gericht serviert wurde. Gegessen wird anschließend nur mit der Gabel. Diese wird in der einen Hand gehalten, werden die andere Hand auf dem Tisch oder dem Oberschenkel ruht. Die Legende besagt, dass dieses Essverhalten aus früheren Tagen stammt, als es noch ratsam war, eine Hand sicherheitshalber immer am Revolver zu haben. Tatsächlich ist dieses Essverhalten aber wahrscheinlich schlicht der Bequemlichkeit geschuldet.

Wer seine Portion nicht schafft, nimmt die Reste üblicherweise mit. Hierfür fragt er die Bedienung nach einem doggy bag. Dieser Name kam dadurch zustande, dass Gäste gerne erklärten, die Reste wären für den Hund gedacht. 

Bezahlt wird an der Kasse, das Trinkgeld bleibt auf dem Tisch.

Hat der Gast aufgegessen, bittet er die Bedienung um die Rechnung (check). Sie bringt die Rechnung dann an den Tisch. Im Rechnungsbetrag sind die Steuern (sales tax) enthalten. Im Unterschied dazu sind in der Speisekarte nur die Preise für die eigentlichen Gerichte angegeben.

Die Steuern kommen hier später noch obendrauf, wobei die Steuersätze je nach County und Bundesstaat variieren. Die Rechnung nimmt der Gast und geht damit zur Kasse, die sich meist am Eingang befindet. Bevor er den Tisch verlässt, legt er aber noch das Trinkgeld für die Bedienung in bar auf den Tisch. In den USA wird ein Trinkgeld in Höhe von 15% des Rechnungsbetrags ohne Steuern erwartet.

Die Bedienungen verdienen in den USA recht wenig und sind deshalb auf das Trinkgeld angewiesen. Deshalb wird eigentlich immer ein Trinkgeld gegeben. Eine Ausnahme gilt nur dann, wenn auf der Rechnung ein Bedienungsgeld (service charge) bereits ausdrücklich ausgewiesen ist. 

Geplaudert wird nicht am Tisch, sondern an der Bar.

In den USA setzt sich ein Gast an den Tisch im Restaurant, um zu essen. Aus diesem Grund werden die Gänge auch recht schnell hintereinander serviert, denn nur ein schneller Service ist auch ein guter Service. Wer es etwas gemütlicher angehen möchte, ist gut beraten, sich für das second-seating zu entscheiden.

Dieses beginnt gegen 20 oder 20.30 Uhr. Die ersten Gästen sind dann schon fertig und eine dritte Runde gibt es üblicherweise nicht. Wer aufgegessen hat, verlässt den Tisch. In den USA ist es nicht üblich, nach dem Essen noch sitzen zu bleiben, das eine oder andere Getränk zu konsumieren und nett zu plaudern. Dadurch würde der Gast verhindern, dass andere Gäste essen können und damit dem Restaurant Umsatz und der Bedienung Trinkgeld bescheren.

Wer noch einen Drink nehmen und sich unterhalten möchte, wechselt deshalb an die Bar oder in die Lobby. Die Bar wird übrigens auch aufgesucht, wenn alle Tische im Restaurant besetzt sind und der Gast auf einen freien Platz warten möchte. Er wird dazu in die Warteliste eingetragen. Ruft ihn die Bedienung dann auf, muss er seinen Drink aber nicht schnell austrinken.

Stattdessen kann er ihn an den Tisch mitnehmen, gemütlich zu Ende trinken und später dann zusammen mit der Essensrechnung bezahlen. Generell ist es in den USA kein Problem und auch nicht ungewöhnlich, Getränke mitzubringen. Ähnlich wie die Essensreste kann der Gast nämlich auch sein Getränk in einen Plastikbecher umfüllen lassen, mitnehmen und sogar in der nächsten Kneipe noch austrinken.

Mehr Anleitungen und Tipps zum Auswandern und den USA:

Thema: Die wichtigsten Infos zum Restaurantbesuch in den USA

Teilen:

Kommentar verfassen