Auswandern in ein Kloster auf Zeit

Eine Auszeit im Kloster – die wichtigsten Fragen und Antworten zu dieser aktuell angesagten Variante des Auswanderns auf Zeit 

Es gibt viele Gründe, weshalb sich jemand dazu entschließt, auszuwandern. Während der eine mit seiner derzeitigen Situation unzufrieden ist und etwas ändern möchte, erhofft sich ein anderer das große Glück.

Wieder ein anderer möchte noch einmal von vorne anfangen und noch ein anderer wird von Abenteuerlust angetrieben.

Neben dem echten Auswandern ist derzeit aber auch eine ganz besondere Variante recht angesagt, nämlich für eine bestimmte Zeit in ein Kloster zu gehen. Eine solche Auszeit im Kloster ist auch unter den Bezeichnungen Kloster auf Zeit, Einkehrtage oder Einkehrwochen bekannt und im Vordergrund steht, zur Ruhe zu kommen und neue Impulse für den weiteren Lebensweg zu finden.

Nun wird sich so mancher aber vielleicht fragen, was sich konkret hinter einer Auszeit im Kloster verbirgt.

Hier die wichtigsten Fragen und Antworten zu dieser aktuell angesagten Variante des Auswanderns auf Zeit in der Übersicht: 

Was bedeutet Kloster auf Zeit genau?

Die Idee des Klosters auf Zeit wurde Anfang der 1960er-Jahre von einem Benediktinerorden ins Leben gerufen. Seitdem steigt die Nachfrage nach einer Auszeit im Kloster von Jahr zu Jahr und vor allem in letzter Zeit hat sich diese Variante des Auswanderns auf Zeit zu einem echten Trend entwickelt. Insbesondere bei den Benediktinern hat die Gastfreundschaft einen sehr hohen Stellenwert und so öffneten die Brüder und Schwestern ihre Pforten, um anderen die Möglichkeit zu geben, das Klosterleben kennenzulernen.

An dieser Grundidee hat sich bis heute nichts geändert. Im Wesentlichen bedeutet eine Auszeit im Kloster also, für einen begrenzten Zeitraum in der Gemeinschaft eines Ordens zu leben. Dabei sind es allem voran die Stille und Abgeschiedenheit, die die Gäste suchen, um wieder zur Ruhe zu kommen, sich neu zu orientieren und zu sich selbst zu finden.

Gerade in Zeiten, die von Stress und Hektik geprägt sind, in denen alles schnell gehen muss und in denen sich viele einem permanenten Leistungsdruck ausgesetzt sehen, ist es wichtig, sein persönliches Gleichgewicht zu finden. In anderen Bereichen wird diese Suche nach dem Gleichgewicht als Yin und Yang oder schlichtweg als Wellness bezeichnet, die Mönche und Nonnen sprechen von ora et labora, bete und arbeite.

Genau dieses traditionelle Gleichgewicht innerhalb der Klostermauern können Gäste kennenlernen und für die Gestaltung ihres weiteren Lebensweges nutzen.  

Welche Vorbereitungen für das vorübergehende Auswandern sind notwendig?

Ähnlich wie eine richtige Auswanderung will auch eine Auszeit im Kloster vorbereitet sein. Es würde wenig bringen, einfach an eine Klosterpforte zu klopfen und um ein Einlass zu bitten. Selbst wenn der Orden die Möglichkeit hätte, Gäste aufzunehmen, ist fraglich, ob der Gast die Erfahrungen machen und die Erkenntnisse gewinnen kann, die er sich erhofft.

Wer auswandern möchte, fährt in aller Regel auch nicht mit gepackten Koffern spontan in irgendein Land, sondern macht sich im Vorfeld Gedanken über sein Ziel. Bei einer Auszeit im Kloster ist dies ähnlich. So gehört zu den Vorbereitungen zunächst einmal, einen Orden und ein Kloster auszuwählen. Als Orden kommen grundsätzlich nur solche Orden in Frage, die in einer klösterlichen Gemeinschaft leben. Hierzu gehören unter anderem die Benediktiner, die Dominikaner, die Franziskaner und die Kapuziner.

Im Hinblick auf das Kloster kann der Gast beispielsweise wählen, ob es ihn in eine ländliche Umgebung oder in die Stadt zieht, ob er  ein kleines Kloster bevorzugt oder ob er lieber in einem großen Klosterstift mit Klostergarten, Wallfahrtskirche oder angeschlossener Schule samt Internat einkehren möchte. Ein weiteres wichtiges Auswahlkriterium ist das Angebot des jeweiligen Klosters.

Während der Gast in einigen Klöstern am Klosteralltag teilnimmt und in die Aufgaben und Arbeiten einbezogen wird, gleicht die Auszeit in anderen Klöstern eher einem Erholungsurlaub mit Wellness-Programm. In wieder anderen Klöstern wird die Auszeit in Form von Kursen mit festem Programm angeboten.

Bevor sich der Gast also für ein Kloster entscheidet, sollte er sich über seine eigenen Interessen und Ziele Gedanken machen und sich dann auf den Internetseiten oder mithilfe von Prospekten über die Klöster und deren Angebot informieren.   

Wie lange sollte die Auszeit im Kloster dauern?

Wie lange die Auszeit im Kloster dauern sollte, lässt sich sicher nicht pauschal beantworten, denn dies hängt immer von der persönlichen Ausgangssituation ab. Während einige nur wenige Tage benötigen, um sich an den Klosteralltag zu gewöhnen, abzuschalten und zur Ruhe zu kommen, brauchen andere mehrere Wochen.

Jemand, der sich Hilfe und Orientierung für seinen weiteren Lebensweg erhofft, spirituelle Erfahrungen machen und intensiv in den Klosteralltag eintauchen möchte, wird länger in einem Kloster leben müssen als jemand, der nur ausruhen und etwas Kraft tanken möchte.

Aus diesem Grund bieten die Klöster mittlerweile ein breites Angebot an und von einem Wochenendaufenthalt über ein- oder zweiwöchige Programme bis hin zu einem Aufenthalt über mehrere Monate ist letztlich alles möglich. 

Was kostet es, vorübergehend in ein Kloster auszuwandern?

Die Kosten für eine Auszeit im Kloster können sehr unterschiedlich ausfallen. Einige Klöster verlangen keine festen Preise, sondern überlassen es dem Gast, wie viel er geben möchte und kann. In anderen Klöstern sind die reinen Übernachtungskosten, ähnlich wie in einem Hotel, festgelegt.

Die meisten Klöster verfügen jedoch über Preislisten, in denen die Kosten für die Übernachtung, die Verpflegung und die angebotenen Programme je nach Aufenthaltsdauer aufgeführt sind. Sehr häufig nehmen die Klöster jedoch auch darauf Rücksicht, wenn ein Gast zu ihnen kommen möchte, der sich in einer wirtschaftlich schwierigen Situation befindet.  

Unbedingt ratsam ist jedoch, sich möglichst früh für einen Klosteraufenthalt anzumelden. Es gibt Zeiten, in denen der Andrang groß und die Wartezeiten entsprechend lang sind. Zu den hohen Feiertagen und bestimmten Terminen im Kirchenkalender kann es außerdem sein, dass ein Kloster keine Gäste aufnimmt. 

Können sich eigentlich nur Gläubige eine Auszeit im Kloster nehmen?

Wie intensiv ein Gast während seines Aufenthaltes in das Klosterleben eintaucht, ist von Orden zu Orden verschieden. In einigen Klöstern wohnen Gäste in Gästehäusern, in anderen Klöstern sind sie in einer Klosterzelle unterbracht. In einigen Klöstern gleicht der Aufenthalt eher einem Urlaub und es gibt spezielle Kurse und Angebote für die Gäste. In anderen Klöstern wiederum gilt das Schweigegebot und von den Gästen wird die Mitarbeit im Klostergarten oder in der Klosterküche erwartet.

Unabhängig vom konkreten Ablauf soll die Auszeit im Kloster aber immer eine Möglichkeit sein, um neue Erfahrungen zu sammeln und sein Leben einmal aus einem anderen Blickwinkel zu sehen. Gespräche mit Mönchen und Nonnen können dabei helfen, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren, zur Ruhe zu kommen und neue Hoffnung zu schöpfen.

Dies setzt Offenheit, Toleranz und Respekt voraus, die Zugehörigkeit zu einem Orden oder einer Religion spielt dabei aber keine Rolle. Aus diesem Grund steht ein Kloster jedem offen. So muss beispielsweise niemand an den Gebeten teilnehmen, wenn er dies nicht möchte, ein Klosteraufenthalt kommt also nicht nur für religiöse Menschen in Frage.

Die Klöster fragen nicht danach, ob und welcher Glaubensgemeinschaft ein Gast angehört, sondern erwarten lediglich, dass der Gast ihnen und ihrem Alltag genauso offen, tolerant und respektvoll begegnet, wie sie es auch tun.

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