Auswandern – in diesen Ländern lebt es sich am besten

Übersicht für künftige Auswanderer: in diesen Ländern lebt es sich am besten (und glücklichsten) 

Viele Deutsche träumen vom Auswandern und nicht selten erhoffen sie sich durch ihren Neustart fernab der Heimat eine deutliche Steigerung der Lebensqualität. Auf der Suche nach einem geeigneten Zielland kann der Legatum Prosperity Index des Londoner Legatum Instituts eine wertvolle Orientierungshilfe sein.

Die unabhängige Forschungseinrichtung beschäftigt sich mit den Zusammenhängen zwischen dem wirtschaftlichen Wachstum, der Lebensqualität, der Gesundheit und dem persönlichen Wohlbefinden der Bewohner und gibt seit 2007 alljährlich einen Index heraus, in dessen Rahmen 110 Länder bewertet werden.

Für die Bewertung und die daraus resultierende Platzierung in der Liste sind sieben Kriterien entscheidend, nämlich die Wirtschaft, das Unternehmertum und die Entwicklungschancen, eine bürgerfreundliche Regierungsform, die Bildung, die Gesundheit, die Sicherheit und die persönliche Freiheit. Deutschland landete dabei beim zuletzt veröffentlichen Ranking auf Platz 15, Österreich schaffte es auf Platz 14. Das bei deutschen Auswanderern recht beliebte Spanien kam auf den 23. Platz.

Welche Staaten aber die Spitzenplätze belegten, also in welchen Ländern es sich am besten und glücklichsten lebt, verrät die folgende Übersicht für künftige Auswanderer:  

1. Platz: Norwegen

Norwegen schaffte es nicht nur beim Legatum Prosperity Index auf den ersten Platz, sondern landete auch im Human Development Index der Vereinten Nationen in den vergangenen Jahren mehrfach auf dem Siegertreppchen. Vorbildlich in Norwegen ist in erster Linie der Ressourceneinsatz für das Gemeinwohl.

So hat die Regierung beispielsweise die Erträge aus dem Erdölgeschäft in Rentenfonds investiert, um dadurch den Lebensstandard im Land aufrechtzuerhalten, wenn die Ölvorräte irgendwann einmal aufgebraucht sind. Hinzu kommen das höchste Pro-Kopf-Einkommen und Kindergeld weltweit.

Aber auch das gesellschaftliche Leben spielte eine Rolle, denn norwegische Bürger profitieren von einer geringen Kriminalitätsrate, einem hohen Maß an Sicherheit, einer ausgeprägten Toleranz auch gegenüber Ausländern sowie einer umfangreichen persönlichen Wahlfreiheit. 

2. Platz: Dänemark

Wer an Dänemark denkt, hat sicherlich im ersten Moment die vielen, idyllischen Ferienhaussiedlungen mit den romantischen Feriendomizilen vor Augen. Aber Dänemark ist ein hoch industrialisiertes Land und die dänische Industrie stellt immerhin ein Viertel aller Arbeitsplätze zur Verfügung.

Übertroffen wird dies nur noch vom öffentlichen Dienst, in dem 38 Prozent der vollzeitbeschäftigten Arbeitnehmer tätig sind. In Dänemark ist es gelungen, eine aktive Arbeitsmarktpolitik mit einer liberalen Unternehmenspolitik und einem hohen Maß an sozialer Absicherung zu kombinieren.

Daraus resultieren seit nunmehr 20 Jahren konstant sinkende Arbeitslosenzahlen, die wiederum einen entsprechend hohen Lebensstandard zur Folge haben. Ein Grund hierfür ist aber zweifelsohne auch, dass die Dänen hinter ihrem System stehen, trotz einer Mehrwertsteuer von 25 Prozent und einem Spitzensteuersatz von 59 Prozent.   

3. Platz: Australien

Wenn potenzielle Auswanderer gefragt werden, weshalb sie mit Australien liebäugeln, fällt sehr häufig das Stichwort Freiheit. Dabei bezieht sich die Freiheit üblicherweise auf die Freiheit in der gesellschaftlichen Ebene sowie auf die emotionale Freiheit im Sinne von weitläufigen Landschaften und unberührter Natur.

In Australien hat der Begriff der Freiheit aber auch eine wirtschaftliche Dimension, denn in den 1990er-Jahren erfolgte die Abkehr von staatlicher Lenkung hin zu einer völligen Deregulierung. Seitdem kann das Land hohe Zuwachsraten und sinkende Arbeitslosenquoten für sich verzeichnen. Australien lebt in erster Linie vom Export.

So werden rund 80 Prozent der landwirtschaftlichen Erzeugnisse in alle Welt exportiert und knapp ein Drittel der Wolle auf dem Weltmarkt stammt aus Australien. Das wichtigste Standbein sind jedoch die Rohstoffe, wobei das auf dem Weltmarkt erhältliche Gold zu zwölf Prozent und die Opale zu 90 Prozent aus australischen Minen stammen.  

4. Platz: Neuseeland

Neuseeland hat die gleiche Wirtschaftspolitik wie Australien, allerdings verfügt der Inselstaat über keine besonderen Bodenschätze. Auch die eigene Erölförderung kann den Kraftstoffbedarf nicht decken, im Gegenzug werden aber rund drei Viertel der Energie aus erneuerbaren Energien gewonnen.

Eine große Stärke von Neuseeland liegt in der Natur samt ihrer wild-exotischen Romantik, die den Tourismus zu einem wichtigen Wirtschaftsstandbein macht. Daneben sind die Landwirtschaft und die Industrie die beiden weiteren Bereiche, die einen Großteil der Arbeitsplätze sichern.

Die gute Platzierung verdankt Neuseeland zum einen seinem Bildungswesen, das weltweit zu den besten Systemen gehört, und zum anderen dem überaus solidarischen Verhalten der Neuseeländer untereinander.  

5. Platz: Schweden

Mittlerweile haben alle Länder Skandinaviens das von Schweden entwickelte Modell eines Wohlfahrtsstaates übernommen. Schweden hatte in den 1930er-Jahren damit begonnen, das Modell einzuführen, das lange Zeit als Ideal der europäischen Wirtschaftspolitik galt. In den 1970er-Jahren war das Modell des Wohlfahrtsstaates soweit ausgereift, das jeder Bürger ab seiner Kindheit bis ins Rentenalter staatlich versorgt war.

In den 1990er-Jahren musste Schweden die Sozialleistungen jedoch kürzen und wurde in den Folgejahren schrittweise von anderen Staaten überholt. Dennoch schneidet Schweden im weltweiten Vergleich der Lebensqualität nach wie vor auf Platz 5 ab.   

6. Platz: Kanada

Die weitläufigen, teils unberührten Naturlandschaften, die umfangreichen Möglichkeiten und die individuelle Freiheit jedes Einzelnen sind die drei Hauptgründe, die viele Auswanderer im Zusammenhang mit Kanada nennen.

Tatsächlich ist Kanada laut Legatum Prosperity Index das Land mit dem weltweit höchsten Maß an persönlicher Freiheit. Hinzu kommen aber noch umfangreiche Bodenschätze, das weltweit zweitgrößte Volumen an erneuerbaren Energien sowie eine gut aufgestellte soziale Marktwirtschaft. Diese drei Faktoren sorgen für eine komfortable wirtschaftliche Stellung mit einem hohen Bruttoinlandsprodukt und einer hohen Kaufkraft pro Kopf.  

7. Platz: Finnland

Während Finnland im 19. Jahrhundert noch ein weitgehend unbekanntes Land war und bis ins 20. Jahrhundert hinein zu den Armenhäusern Europas gehörte, schneidet es im aktuellen Index als siebtbestes Land ab. Lange Zeit war der Rohstoff Holz das wichtigste Standbein der finnischen Wirtschaft, mittlerweile sind jedoch die Metallverarbeitung und die Elektronikindustrie die dominierenden Wirtschaftszweige.

Ein großes Ass im Ärmel hat Finnland durch das hohe Bildungsniveau seiner Fachkräfte. So schneiden finnische Schüler, trotz oder vielleicht gerade wegen des einheitlichen Schulsystems, in PISA-Studien regelmäßig sehr gut ab und in der Sparte Unternehmertum und Entwicklungschancen belegt Finnland im weltweiten Vergleich Platz 3. Hinzu kommt, dass Finnland neben den Investitionen in das Bildungswesen auch viel Geld für die Finanzierung des Gesundheitswesens, der Renten und der Arbeitslosigkeit verwendet. Die Chancengleichheit in Finnland führt außerdem zu einem hohen Maß an Sicherheit.   

Auf dem 8. Platz des Rankings landet die Schweiz, den 9. Platz belegen die Niederlande. Der zehnte Platz schließlich geht an die USA, wobei hier für manche überraschend der Faktor Gesundheit im weltweiten Vergleich am besten bewertet wurde.[Quelle: https://www.prosperity.com]

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