Die aktuelle Entwicklung am Arbeitsmarkt in den USA

Die aktuelle Entwicklung am Arbeitsmarkt in den USA  

Langsam scheint die US-amerikanische Wirtschaft wieder Fahrt aufzunehmen. Insbesondere die Autoindustrie freute im Februar 2012 über deutliche Zuwächse, aber auch Unternehmen aus anderen Branchen können steigende Umsätze verzeichnen. Noch vor wenigen Monaten hätten die wenigsten mit einem Aufschwung gerechnet.

Zu Jahresbeginn 2011 macht die Konjunktur mit einem Plus von gerade einmal 0,4 Prozent alles andere als einen stabilen oder gar verheißungsvollen Eindruck. Im Spätsommer wurde in Fachkreisen immer wieder diskutiert, ob die USA nicht sogar vor einem erneuten Abschwung stehen würden und Experten blickten sorgenvoll dem möglicherweise drohenden Double Dip entgegen. 

Immerhin hatte die Wirtschaft fast zwei Jahre lang keine nennenswerten Fortschritte gemacht und auch die Arbeitslosenquote blieb über Monate beharrlich bei der Neun-Prozent-Marke stehen. Viele US-Amerikaner verloren ihren Job und die Aussichten, schnell etwas Neues zu finden, sahen eher schlecht aus.

Erste Anzeichen für eine Wende zum Positiven gab es dann aber im Herbst und die Voraussagen für das künftige Wirtschaftswachstum fielen erstaunlich gut aus. Trotzdem hält sich der Optimismus vieler Experten nach wie vor in Grenzen. Dies mag sicherlich daran liegen, dass die US-Konjunktur seit Ausbruch der Finanz- und Wirtschaftskrise nur bedingt vorhersehbar ist.

So hatte es schon mehrfach Monate gegeben, in denen die US-Konjunktur auf Wachstumskurs schien und schon kurz später wieder ins Stocken geriet. Jetzt scheint die US-Wirtschaft aber tatsächlich auf einem guten Weg zu sein und hierfür gibt es im Wesentlichen zwei Gründe. Der erste Grund, der für einen längerfristigen Wachstumskurs spricht, ist die Erholung auf dem Finanz- und dem Immobilienmarkt. Der zweite und wichtigere Grund ist die Entwicklung auf dem US-Arbeitsmarkt.   

Die aktuelle Entwicklung am Arbeitsmarkt in den USA

Allen Unkenrufen zum Trotz hat sich der US-Arbeitsmarkt in den vergangenen Monaten positiv entwickelt. Während die Arbeitslosenquote monatelang nicht von der 9-Prozent-Marke wegkommen konnte, fiel sie allein zwischen Dezember 2011 und Februar 2012 auf 8,3 Prozent. Private Unternehmen schufen mehr neue Arbeitsplätze als Analysten erwartet hatten und auch für die kommenden Monate gehen Experten von einem unterm Strich robusten Jobwachstum aus. Hinzu kommt, dass die Anzahl der Neuanträge auf Arbeitslosenhilfe auf einen Stand gesunken ist, der dem Niveau vor der Krise entspricht.

Allerdings warnen Experten davor, die Situation zu positiv zu bewerten oder gar schon von einem Boom zu sprechen. Ein Grund hierfür ist, dass der Arbeitsmarkt in den USA statistisch nur verhältnismäßig schwierig zu erfassen ist. Anders als in Deutschland, wo sich Menschen arbeitslos melden, werden die Arbeitslosenzahlen in den USA durch repräsentative Telefonumfragen ermittelt. Zudem kennzeichnet sich der US-Arbeitsmarkt durch ein enorm hohes Maß an Flexibilität.

In anderen Worten bedeutet das, dass jemand, der heute einen Job hat, morgen schon arbeitslos sein kann. Ein weiterer Grund liegt darin, dass sinkende Arbeitslosenzahlen nicht zwangsläufig in direktem Zusammenhang mit einer wachsenden Wirtschaft stehen müssen.

Viele US-Amerikaner, die lange erfolglos nach einem Job gesucht hatten, haben allmählich die Hoffnung aufgegeben. Da sie nun keinen Job mehr suchen, tauchen sie auch in den Statistiken nicht mehr auf. Trotzdem ist der erste Schritt für eine Trendwende getan, denn die Anzahl an Entlassungen steigt nicht mehr. Nun muss noch der zweite Schritt folgen, nämlich weitere Arbeitsplätze zu schaffen und wieder neue Mitarbeiter einzustellen.   

Die Auswirkungen von einem erholten Arbeitsmarkt in den USA

Ein weiteres Indiz für eine positive Trendwende auf dem US-amerikanischen Arbeitsmarkt sind die gestiegenen Einkommen. Nach Angaben des US-Handelsministeriums erhöhten sich die Einkommen Ende 2011 um 1,4 Prozent und damit um 0,6 Prozent mehr als bislang angenommen. Höhere und vor allem sichere Einkommen sind allerdings auch eine wesentliche Voraussetzung für eine stabile Wirtschaft, denn die privaten Konsumausgaben machen rund 70 Prozent des Bruttoinlandsproduktes aus.

In anderen Worten ausgedrückt bedeutet dass, dass eine Erholung am Arbeitsmarkt die Grundlage dafür schafft, dass auch die Kauflust der US-Amerikaner wieder steigt und damit dann auch die Konjunktur wieder in die Gänge kommen kann. Experten warnen allerdings davor, dass US-Amerikaner in alte Verhaltensmuster zurückverfallen könnten.

Die Anzahl der Konsumentenkredite ist in letzter Zeit nämlich wieder deutlich gestiegen und es waren auch völlig überschuldete Haushalte, die 2008 zum Ausbruch der Finanzkrise beigetragen hatten. Insgesamt beläuft sich der Anteil der Konsumentenkredite an der Gesamtverschuldung eines Haushalts aber nur auf rund 20 Prozent und solange die Schulden insgesamt abgetragen werden, dürfte ein Zuwachs bei Krediten unproblematisch sein.

Das Wachstum von drei Prozent aus dem vierten Quartal 2011 wird die US-Wirtschaft jedoch aller Voraussicht nach trotzdem nicht beibehalten können. Ein Grund hierfür könnten die Benzinpreise sein, die seit Jahresbeginn 2012 immerhin um 12,6 Prozent gestiegen sind. Die leicht gestiegenen Einkommen könnten zwar die Funktion eines kleinen Puffers haben, auf Dauer bremsen steigende Preise aber die Ausgaben.

Experten gehen deshalb davon aus, dass sich das Wachstum der US-Wirtschaft in 2012 bei rund 2 bis 2,5 Prozent bewegen wird. Damit ist das Niveau der guten alten Zeiten zwar nicht wieder erreicht, aber die US-Konjunktur wäre immerhin schon einmal auf einem sehr guten Weg.

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