Ratgeber zum Führerschein in den USA, 2. Teil

Ratgeber zum Führerschein in den USA, 2. Teil

Wer Auto fahren will, braucht einen Führerschein. Das ist in den USA nicht anders als in Deutschland. Allerdings ist die driver’s license im Scheckkartenformat nicht nur eine Fahrerlaubnis, sondern gleichzeitig auch ein wichtiges Ausweisdokument in den USA. Im Prinzip erfüllt die Plastikkarte die gleiche Funktion wie hierzulande der Personalausweis.

Führerschein USA

Wer sich längerfristig in den USA aufhält oder gleich nach Amerika auswandert, wird sich also früher oder später mit dem US-Führerschein beschäftigen müssen. Denn ohne Auto geht es in den USA kaum, das Auto gehört zum American Way of life einfach dazu.

Doch der deutsche Führerschein behält nur ein Jahr lang seine Gültigkeit. Wer danach weiterhin Auto fahren möchte, braucht den amerikanischen Führerschein. Nur: Wo und wie wird die Fahrerlaubnis beantragt? Und gibt es eine Prüfung?

In einem ausführlichen Ratgeber zum Führerschein in den USA beantworten wir diese und ähnliche Fragen. Dabei ging es im 1. Teil um den US-Führerschein als Ausweisdokument und um die Unterlagen, die für einen Antrag benötigt werden.

Jetzt, im 2. Teil, kümmern wir uns um die Führerscheinprüfung:

 

Die zuständige Führerscheinstelle

Verbindliche Informationen darüber, welche Dokumente der Auswanderer bei seinem Antrag auf einen US-Führerschein vorlegen muss, welche Regeln für die Prüfung gelten und was das Ganze kostet, bekommt der Auswanderer bei der für ihn zuständigen Führerscheinstelle.

Und tatsächlich bekommt er die Informationen auch nur dort. Denn die Regelungen zum Führerschein sind Sache der Bundesstaaten und fallen deshalb von Bundesstaat zu Bundesstaat unterschiedlich aus. Hinzu kommt, dass sich die Bestimmungen jederzeit ändern können.

Der Auswanderer sollte also zuerst die Internetseite der Führerscheinbehörde in dem Bundesstaat, in dem er wohnt und den US-Führerschein beantragen möchte, ermitteln. Auf dieser Internetseite sind alle wichtigen Informationen hinterlegt. Außerdem findet der Auswanderer dort auch die Anschrift der Field Offices. Das sind die Zweigstellen der Behörde. Und auf der Internetseite steht in aller Regel das Lehrbuch mit den Prüfungsfragen zum Download bereit.

Hat der Auswanderer die nächstgelegene Zweigstelle ausfindig gemacht, sollte er als nächstes mit dem Büro Kontakt aufnehmen. Am besten erledigt er das persönlich vor Ort. Bei dieser Gelegenheit kann er abklären, ob er alle notwendigen Unterlagen zusammen hat und auch sonst alle Voraussetzungen erfüllt. Außerdem kann er einen Termin für die Führerscheinprüfung vereinbaren.

Bei der Behörde kann sich der Auswanderer auch das Prüfungs-Lehrbuch geben lassen. Online ist das Handbuch oft nur in Englisch, manchmal auch in Spanisch verfügbar. Vor Ort ist es mitunter auch in anderen Sprachen erhältlich, teils sogar in Deutsch. Aber ganz ehrlich: Der Auswanderer will sich in den USA niederlassen und hier am Straßenverkehr teilnehmen. Folglich sollte er die Verkehrsregeln und die Begriffe rund ums Autofahren auf Englisch können. Was also sollte ihm ein Lehrbuch auf Deutsch nützen?

Das Lehrbuch durchzuarbeiten, dauert nicht allzu lange. Nimmt sich der Auswanderer etwas Zeit, hat er den Stoff für die Prüfung in ein paar Tagen gelernt. Den Prüfungstermin kann er also ruhig ziemlich zeitnah vereinbaren.

 

Die Führerscheinprüfung

Die Führerscheinprüfung selbst gliedert sich in drei Teile. Die genauen Abläufe, Regeln und Bestimmungen sind je nach Bundesstaat zwar etwas unterschiedlich. Grundsätzlich läuft es aber so:

 

  1. Die theoretische Prüfung

Die Theorieprüfung findet in aller Regel computergestützt statt. Der Auswanderer muss dabei rund 50 Fragen zu Verkehrsregeln und Verkehrsschildern beantworten. Teilweise sind auch ein paar Umweltfragen darunter. Bei den Fragen handelt es sich um Multiple-Choice-Fragen. Zu jeder Aufgabe gibt es also mehrere Antwortmöglichkeiten zur Auswahl und der Auswanderer muss die richtige Lösung anklicken.

Bei jeder Frage, die er beantwortet hat, wird direkt eingeblendet, ob die Lösung richtig oder falsch war. Wie viele Fehler sich der Auswanderer leisten darf, wird ihm vor dem Test mitgeteilt. Sollte der Auswanderer zu oft falsch geantwortet haben und deshalb durch die Theorieprüfung gefallen sein, kann er den Test wiederholen. Teilweise ist das noch am selben Tag nach einer kurzen Wartezeit möglich.

  1. Der Sehtest

Ähnlich wie in Deutschland ist auch in den USA ein Sehtest notwendig, bevor der Führerschein erteilt wird. Der Sehtest wird aber direkt vor Ort in der Führerscheinstelle durchgeführt. Trägt der Auswanderer eine Brille oder Kontaktlinsen, muss er die Sehhilfen beim Sehtest tragen. Sie werden dann auch auf dem Führerschein vermerkt.

 

  1. Die praktische Prüfung

Hat der Auswanderer einen gültigen deutschen Führerschein, muss er in einigen Bundesstaaten keine praktische Fahrprüfung mehr ablegen. In anderen Bundesstaaten ist ein Fahrtest obligatorisch. Und dafür braucht der Auswanderer ein eigenes Fahrzeug. Die Behörde stellt ihm kein Fahrzeug für die Prüfung zur Verfügung. Ein Mietwagen reicht aber aus.

Die praktische Fahrprüfung steht natürlich auch dann an, wenn der Auswanderer noch keine Fahrerlaubnis hat. In diesem Fall kann es außerdem sein, dass er erst zur Prüfung zugelassen wird, wenn er eine bestimmte Anzahl an Fahrstunden nachweisen kann.

Beim Fahrtest fährt der Auswanderer eine kurze Strecke. Zudem wird er einparken müssen. Angesichts der großzügigen Parklücken in den USA sollte aber selbst das Rückwärts-Einparken kein Problem sein.

 

Die Ausgabe des US-Führerscheins

Hat der Auswanderer die Tests erfolgreich hinter sich gebracht, wird er vor Ort fotografiert. Dieses digitale Foto wird auf den Führerschein gedruckt, der sofort ausgestellt wird. Nachdem der Auswanderer die Gebühren bezahlt hat, wird ihm sein Führerschein ausgehändigt. Er kann seinen US-Führerschein also gleich mitnehmen.

Wie lange der Führerschein gültig ist, hängt von der Ausgangssituation ab. Hat der Auswanderer ein zeitlich begrenztes Visum, wird der Führerschein üblicherweise für die Dauer der Aufenthaltsgenehmigung ausgestellt. Hat der Auswanderer eine Greencard oder ist er schon US-Bürger, bleibt die Fahrerlaubnis mehrere Jahre lang gültig. Wie lange genau, ergibt sich aus den Regelungen des Bundesstaates. Ist der Auswanderer noch nicht volljährig, wird zum Teil auch erst einmal eine Learner‘s Permit – ein Anfänger-Führerschein – ausgestellt. Diesen kann der Auswanderer dann später umschreiben lassen.

 

Die Kosten für den Führerschein

Da die Regelungen in den Bundesstaaten sehr unterschiedlich sind, lässt sich pauschal nicht beziffern, wie teuer der US-Führerschein wird. Zumal sich die Kosten auch danach richten, ob der Auswanderer nur die Prüfung ablegt oder ob er zuvor auch Fahrstunden braucht.

Die Gebühren für das Ausweisdokument selbst bewegen sich je nach Bundesstaat in einem Rahmen zwischen 5 und 50 US-Dollar. Für Fahrstunden und Prüfungsgebühren können um die 200 US-Dollar zusammenkommen. Unterm Strich bleiben die Kosten also deutlich niedriger als hierzulande.

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