Der Labor Day in den USA

Der Labor Day in den USA

Mit dem Labor Day haben Arbeiter in den USA einen eigenen Feiertag. Alljährlich am ersten Montag im September werden an diesem Tag alle amerikanischen Arbeiter geehrt. Dabei reicht die Geschichte des Feiertags bis ins 19. Jahrhundert zurück. In gewisser Hinsicht steht der Labor Day damit auch als Symbol für veränderte Arbeitsbedingungen in den USA.

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Der Labor Day in den USA

Die Wurzeln des Labor Days

In den USA ist der Labor Day ein landesweiter Feiertag, dessen Ursprünge bis ins 19. Jahrhundert zurückreichen. Er wurde in der zweiten Hälfte der 1800er-Jahre ins Leben gerufen, um die Arbeiter und ihre Leistungen zu würdigen.

Dieses Zeichen war sehr wichtig. Denn die Geschichte der amerikanischen Arbeiter verzeichnete seinerzeit ein äußerst düsteres Kapitel.

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts erreichte die industrielle Revolution ihren Höhepunkt. Die Folge davon war, dass der Durchschnittsamerikaner an sieben Tagen pro Woche rund zwölf Stunden täglich arbeiten musste. Doch zu den Arbeitern gehörten nicht nur erwachsene Männer und Frauen.

Weil Kinderarbeit noch nicht verboten war, wurden auch Kinder ab einem Alter von fünf oder sechs Jahren eingesetzt. Die Kinder arbeiteten in Mühlen, Fabriken und Minen. Gleichzeitig erhielten die Kinder als Lohn für ihre Arbeit nur einen Bruchteil dessen, was die Erwachsenen verdienten.

Hinzu kam, dass es keine Regelungen für die Arbeitsbedingungen gab. Um ihren Lebensunterhalt zu erwirtschaften, mussten Menschen jeden Alters arbeiten gehen. Vor allem arme Einwanderer wurden regelrecht ausgebeutet.

An sanitären Einrichtungen und einer ausreichenden Frischluftzufuhr fehlte es an den Arbeitsplätzen genauso wie an Pausen.

Im Zuge der industriellen Revolution verdrängte die Fertigungsindustrie zunehmend die Landwirtschaft, die bis dahin die Grundlage der amerikanischen Wirtschaft gewesen war.

Schon vorher wurden einige Gewerkschaften gegründet, die nun immer präsenter wurden. Sie setzten sich für die Arbeiter ein, indem sie als Protest gegen die schlechten Arbeitsbedingungen Demonstrationen und Streiks organisierten.

Außerdem zwangen sie die Arbeitgeber zu Verhandlungen über die Arbeitszeiten und die Löhne.

Die erste Parade

Obwohl die Gewerkschaften Verbesserungen für die Arbeiter erreichten, wurden diese nicht gleich und nicht überall umgesetzt. Rund 10.000 Arbeiter der „Central Labor Union“ entschlossen sich deshalb dazu, sich einen Tag unbezahlt freizunehmen.

Am 5. September 1882 marschierten sie gemeinsam von der City Hall bis zum Union Square in New York. Dieser Protestmarsch sollte als die erste Parade am Labor Day in die Geschichtsbücher eingehen.

Die Protestaktion wurde in den gesamten USA bejubelt. Außerdem entstand die Idee für einen Arbeiterurlaub, der immer am ersten Montag im September stattfinden sollte. Die Idee setzte sich in den verschiedenen Industriezentren der USA durch. Letztlich schafften es die Gewerkschaften, diesen Tag als Labor Day zu Ehren der Arbeiter zu etablieren.

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Schon im Jahr 1886 wurde der Labor Day in über 20 Bundesstaaten zum offiziellen, gesetzlichen Feiertag.

Am 28. Juni 1894 unterzeichnete der damalige US-Präsident Grover Cleveland ein neues Gesetz, das den Labor Day landesweit zum gesetzlichen Feiertag am ersten Montag im September machte. Bis heute ist der Feiertag erhalten geblieben.

Der Labor Day in den USA (1)

Die Traditionen am Labor Day

Für die meisten US-Amerikaner bedeutet der Labor Day nicht nur ein verlängertes Wochenende mit einem freien Tag. Vielmehr markiert der Feiertag auch das Ende des Sommers und schließt damit die Urlaubs- und Reisezeit ab. Für Schüler läutet der Labor Day das Ende der Sommerferien ein.

Das Wochenende ist damit die letzte Gelegenheit für einen Ausflug, bevor das neue Schuljahr beginnt. Aus diesem Grund nutzen viele Amerikaner das Wochenende noch einmal für einen Kurztrip alleine, mit der Familie oder mit Freunden.

Viele beliebte Ausflugsziele und Strände sind deshalb stark frequentiert, teilweise sogar komplett überfüllt.

Wie an anderen Feiertagen finden in einigen Städten und Gemeinden auch Paraden anlässlich des Labor Days statt. Die Festzüge ziehen durch die Orte und die Feierlichkeiten werden oft von verschiedenen Veranstaltungen, Feuerwerken und Barbecues begleitet.

Viele Familien verbringen den Tag nach dem Besuch einer Parade bei einem entspannten Picknick im Park.

Daneben ist der Labor Day eng mit der American Football Saison verknüpft. Denn um den Feiertag herum beginnt die neue Saison der NFL und der Ligen vom Schul- und College-Football.

Meist finden direkt am Labor Day die Auftaktspiele vieler Mannschaften statt. Football-Fans nutzen den Feiertag daher oft, um sich zusammen mit der Familie oder Freunden ein Spiel anzusehen, entweder live im Stadion oder bei einer Übertragung.

Der Unterschied zwischen dem Labor Day und dem May Day

In Deutschland ist der 1. Mai der Tag der Arbeit und ein gesetzlicher Feiertag. Auch in den USA gibt es den sogenannten May Day. Er ehrt ebenfalls Arbeiter und ihre Leistungen.

Allerdings findet er nicht im Mai, sondern ungefähr zur gleichen Zeit statt wie der Labor Day. Außerdem wird der Tag praktisch nicht gefeiert.

Hintergrund für den Gedenktag war die Demonstration eines Arbeiters im Mai 1886. Der Arbeiter musste täglich acht Stunden lang ohne Pause und unter schlechten Bedingungen arbeiten. Deshalb protestierte er am Haymarket Square in Chicago gegen diese Arbeitsbedingungen.

Im Unterschied zur Protestaktion am Labor Day verlief die Demonstration des Arbeiters in Chicago aber nicht friedlich. Denn während der Aktion explodierte eine Bombe, durch die sieben Polizisten und vier Zivilisten ums Leben kamen.

Der Vorfall machte international Schlagzeilen als ein Tag, der Arbeitern auf der ganzen Welt die Möglichkeit eröffnete, Protestaktionen zu organisieren.

In den USA hingegen löste die Haymarket-Affäre eine starke Bewegung gegen die Union aus. Gleichzeitig entwickelte sich der May Day im Laufe der Zeit zu einem Gedenktag, der vor allem die linke Seite der Politik verkörperte.

Im Unterschied dazu erkannten immer mehr Bundesstaaten und Städte den Labor Day an. Als die Idee entstand, einen nationalen Feiertag zu Ehren der Arbeiter ins Leben zu rufen, wollte Präsident Cleveland nicht das Datum im Mai wählen, weil es in Verbindung mit dem tragischen Bombenangriff stand.

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Aus diesem Grund entschied er sich dazu, das Datum im September festzulegen.

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Gerd Fröhlich, - Auslandskorrespondent, Gabi Naue-Rogers, - Expat in Amerika (USA) und Tobi Meissner, - Reiseblogger und Backpacker, sowie Christian Gülcan, Betreiber und Redakteur dieser Webseite, schreiben hier Wissenswertes, Tipps, Anleitungen und Ratgeber zu den USA und der Greencard.

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