8 große Unterschiede zwischen Deutschland und den USA, Teil II

8 große Unterschiede zwischen Deutschland und den USA, Teil II

Die USA sind ein klassisches Einwanderungsland. Schon ihre Geschichte beginnt als Kolonie von Spaniern, Briten, Franzosen und Niederländern. Und in der Folgezeit ließen sich Auswanderer aus Europa und den anderen Kontinenten in den Vereinigten Staaten nieder. Dass die Einwanderer auch  Traditionen und Bräuche aus ihren Heimatländern im Gepäck hatten und dadurch die Kultur der USA beeinflusst haben, versteht sich von selbst.

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8 große Unterschiede zwischen Deutschland und den USA, Teil II

Jedenfalls gibt es viele Sitten und Gebräuche, die europäische Wurzeln haben. Wer aus Deutschland in die USA geht, wird deshalb keinen allzu großen Kulturschock erleben. Würde er nach Afrika oder Asien auswandern, wäre es sicherlich eine ganz andere Herausforderung, sich an den neuen Alltag zu gewöhnen.

Aber auch in Amerika gibt es Besonderheiten, die eine gewisse Umstellung erfordern. In einer Beitragsreihe zeigen wir acht große Unterschiede zwischen Deutschland und den USA.

Hier ist Teil II!:

  1. Öffentlicher Personennahverkehr

Spätestens wenn der Auswanderer in einem Mietwagen sitzt oder bei einem Bekannten mitfährt, wird er feststellen, dass die Autos in den USA oft nicht nur größer sind als hierzulande. Stattdessen sind sie auch unglaublich bequem.

Gemütliche Sitze, alle möglichen Elemente, die elektrisch verstellbar sind, ein bisschen digitaler Schnickschnack und dazwischen praktische Halter für die Getränke sind Standard.

Die bequeme Ausstattung kommt aber nicht von ungefähr. Denn das, was in Deutschland der öffentliche Personennahverkehr oder kurz ÖPNV ist, ist in den USA kaum vorhanden. Natürlich gibt es in New York die U-Bahn, in Los Angeles Busse und in Chicago die Hochbahn.

Doch selbst in diesen Metropolen ist der ÖPNV längst nicht so ausgebaut, wie es der Auswanderer von deutschen Städten kennt.

Während der öffentliche Personennahverkehr schon in den Großstädten eher spärlich ist, ist er jenseits der Stadtgrenzen entweder sehr unterentwickelt oder praktisch gar nicht vorhanden. Es verkehren zwar Schulbusse und es gibt große Fernbus-Unternehmen. Nur ist das eben weit von dem entfernt, was in Deutschland gemeinhin unter ÖPNV verstanden wird.

Für lange Strecken nehmen US-Amerikaner das Flugzeug. Ansonsten fahren sie mit dem Auto. Und weil sie dadurch sehr viel Zeit in ihren Fahrzeugen verbringen, sind die Ansprüche an die Bequemlichkeit entsprechend hoch.

Der Auswanderer wird nicht darum herumkommen, sich ein Auto zuzulegen. Für die ersten paar Tage kann das ruhig ein Mietwagen sein. Mit dem deutschen Führerschein und der Kreditkarte ist es kein Problem, sich ein Auto zu leihen. Allein schon aus Kostengründen sollte sich der Auswanderer dann aber nach einem eigenen Fahrzeug umschauen.

Am besten kauft er dabei ein günstiges Auto von privat, das er bar bezahlt. Auf diese Weise umgeht er das Problem mit der fehlenden Kredithistorie.

Ratsam ist auch, dass sich der Auswanderer vor dem Autokauf beim zuständigen Department of Motor Vehicles erkundigt, was er braucht, um ein Fahrzeug anzumelden. In einigen Bundesstaaten ist zum Beispiel eine Versicherung Pflicht, in anderen Bundesstaaten nicht.

Einen großen Pluspunkt hat der unterentwickelte ÖPNV in den USA übrigens. So wird der Auswanderer das typisch amerikanische Drive Through schon bald nicht mehr missen wollen.

Denn ob Restaurant, Apotheke oder Bank, an etlichen Stellen kann der Auswanderer Einkäufe und Angelegenheiten direkt es aus dem Auto heraus erledigen.

  1. Patriotismus und Religion

Es gibt zwei Dinge in den USA, die das ganze Land vereinen. Das sind zum einen der Patriotismus und zum anderen die Religion. Selbst im kleinsten verschlafenen Nest wird der Auswanderer ein paar Kirchen finden und die amerikanische Flagge vor Geschäften und Häusern wehen sehen.

Die Ansichten der US-Amerikaner gehen zwar mitunter sehr weit auseinander. Schon seit einigen Jahren besteht eine Situation, die Journalisten und Beobachter als tief gespalten bezeichnen.

Aber der Nationalstolz und der Glaube sind für die meisten so etwas wie Grundwerte, selbst wenn sie selbst gar nicht besonders patriotisch oder religiös sind.

In den USA wird ein höflicher, weniger direkter und teils eher oberflächlicher Umgang gepflegt. Der Auswanderer sollte für sich daraus das Fazit ziehen, dass er weder über Politik noch Religion diskutieren sollte. Seine Ansichten über namhafte US-Politiker können im totalen Gegensatz zu der Meinung eines amerikanischen Bekannten stehen.

Mag sein, dass der Auswanderer mit Religion überhaupt nichts am Hut hat. Beides ist in Ordnung. Nur sollte es der Auswanderer für sich behalten und schon gar nicht auf die Idee kommen, einen Amerikaner belehren zu wollen.

Kritik von einem Ausländer verletzt einen Amerikaner in seiner Nationalehre. Die offene Freundlichkeit kann dadurch schnell in Ablehnung umschlagen und so manches Klischee über Europäer bestätigen. Besser ist deshalb, wenn der Auswanderer eine andere, typisch amerikanische Gepflogenheit verinnerlicht: Kann er nichts Gutes über jemanden oder etwas sagen, sollte er einfach gar nichts sagen.

  1. Trinkgeld

Wie eben schon erwähnt, herrscht in den USA ein freundlicher und höflicher Umgangston. Ob der Auswanderer in einen einfachen Schnellimbiss, einen durchschnittlichen Burger-Laden oder ein chices Restaurant geht, spielt keine Rolle. Überall wird er nett begrüßt und gefragt, wie es ihm geht.

Die Freundlichkeit des Personals hat aber nicht nur etwas mit der Kultur zu tun. Auch in den USA gibt es so etwas wie einen gesetzlichen Mindestlohn. Wie hoch er ausfällt, ist von Bundesstaat zu Bundesstaat verschieden. Die untere Grenze liegt bei 7,25 Dollar pro Stunde.

Selbst in den Regionen, in denen die Lebenshaltungskosten eher niedrig sind, reicht das kaum, um ordentlich über die Runden zu kommen. Und durch verschiedene Regelungen dürfen Arbeitgeber den Stundenlohn sogar noch unterschreiten.

Der Auswanderer sollte daher in Kellnern und ähnlichem Servicepersonal grundsätzlich Leute sehen, die von ihrem Grundgehalt kaum leben können und folglich auf Trinkgelder angewiesen sind. Das ist dann auch ein Hauptgrund für die ausgeprägte Freundlichkeit.

Natürlich ist der Auswanderer nicht verpflichtet, Trinkgeld zu geben. Es ist und bleibt eine freiwillige Entscheidung. Nur gehört es in den USA einfach zum guten Ton, selbst wenn der Service nicht besonders war.

Was die Höhe betrifft, ist folgendes üblich:

  • 10 Prozent der Rechnungssumme, wenn der Gast nicht ganz so zufrieden war

  • 15 Prozent, wenn alles okay war

  • über 15 Prozent, wenn der Gast sehr zufrieden war

In aller Regel wird der Auswanderer die Rechnung mit seiner Kreditkarte bezahlen. Auf der Rechnung gibt es meist ein eigenes Feld für das Trinkgeld (Tip). Kann oder will der Auswanderer den Betrag nicht auf die Schnelle ausrechnen, kann er in das Feld den Prozentsatz mit Prozentzeichen eintragen. Die Bedienung übernimmt dann das Ausrechnen für ihn.

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Gerd Fröhlich, 48 Jahre, Auslandskorrespondent, Gabi Naue-Rogers, 41 Jahre, Expat in Amerika und Tobi Meissner, 38 Jahre, Reiseblogger und Backpacker, sowie Christian Gülcan, Betreiber und Redakteur dieser Seite, schreiben hier Wissenwertes, Tipps, Anleitungen und Ratgeber zu den USA und der Greencard.

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