8 große Unterschiede zwischen Deutschland und den USA, Teil III

8 große Unterschiede zwischen Deutschland und den USA, Teil III

Auf den ersten Blick sind die Unterschiede zwischen Deutschland und den USA nicht so riesig. Schließlich sind die USA seit jeher ein Einwanderungsland und ein Schmelztiegel von Kulturen. Einwanderer aus Europa brachten ihre Traditionen mit und führten ihre Bräuche fort. Deshalb haben viele Sitten europäische Wurzeln. Doch bei genauerem Hinsehen gibt es eben doch Besonderheiten und Eigenarten.

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8 große Unterschiede zwischen Deutschland und den USA, Teil III

Eine davon sind gewöhnungsbedürftig, andere muss der Auswanderer nur kennen und beachten. In einer Beitragsreihe nennen wir acht große Unterschiede zwischen Deutschland und den USA. Hier ist der letzte Teil III!:

  1. Öffnungszeiten der Geschäfte

Angenommen, jemand möchte am frühen Sonntagabend etwas Leckeres kochen. Im bequemen, etwas schlabberigen Jogginganzug steht er in der Küche, inspiziert die Vorräte und stellt fest, dass ihm zwei, drei entscheidende Zutaten fehlen. In Deutschland gibt es dann zwei Möglichkeiten. Entweder er improvisiert und kocht mit dem, was er eben im Haus hat. Oder er verschiebt die Zubereitung des geplanten Gerichts auf wann anders.

In den USA wäre die Lösung so: Die Person schlüpft mal eben in Schuhe, setzt sich ins Auto, fährt zum nächsten Laden und besorgt die fehlenden Zutaten. Wieder Zuhause, kann das Kochen beginnen.

Strenge Ladenöffnungszeiten kennen die US-Amerikaner nicht. Auf gesetzlicher Ebene gilt der Grundsatz, dass derjenige, der ein Geschäft betreibt, sein Geschäft an jedem Tag des Jahres und rund um die Uhr betreiben kann. Im realen Leben gibt es natürlich Läden, die nachts, an Feiertagen und an Wochenenden geschlossen sind.

Doch je größer ein Laden ist, desto wahrscheinlicher ist auch, dass er immer offen hat. Das betrifft große Lebensmittelketten und Tankstellen genauso wie viele andere Läden.

Aus Sicht des Auswanderers scheinen die lockeren Regelungen zu Ladenöffnungszeiten in erster Linie einfach nur bequem und praktisch. Tatsächlich hat das Ganze aber Einfluss auf die amerikanische Mentalität. Den Stress, nach Feierabend noch schnell die Einkäufe zu erledigen und dabei durch die Gänge zu hetzen, weil der Laden gleich schließt, gibt es in den USA schlichtweg nicht.

Vermutlich käme auch keine amerikanische Familie auf die Idee, sich den Samstagvormittag mit dem nervigen Wocheneinkauf im überfüllten Laden zu ruinieren.

Eingekauft wird dann, wenn es am besten passt. Und wenn das an einem Sonntagabend oder mitten in der Nacht ist, dann ist das eben so. Irgendwo in der Nähe gibt es immer ein Geschäft, das offen hat. Ob der Auswanderer seinen Einkaufswagen chic angezogen oder im schlabberigen Sofa-Outfit durch die Gänge schiebt, interessiert niemanden.

  1. Brot und Brötchen

Der deutsche Auswanderer kommt aus einem Land, in dem es knusprige Brötchen und unzählige Brotsorten gibt. Für ihn ist es völlig normal, in eine Bäckerei zu gehen und zwischen verschiedensten Backwaren auszuwählen.

Selbst jeder kleine Supermarkt hält eine Auswahl an Broten und Brötchen bereit. Der Auswanderer ist es deshalb gewohnt, zum Frühstück Brot oder Brötchen zu essen, je nach Geschmack süß oder herzhaft belegt.

In den USA wird er diese morgendliche Gewohnheit kaum beibehalten können. Obwohl Einwanderer vieles in die Staaten mitbrachten, konnten Brot und Brötchen nie wirklich Fuß fassen. Vereinzelt gibt es zwar Geschäfte, die deutsche Artikel und darunter auch Backwaren verkaufen.

Allerdings ist die Auswahl hier oft überschaubar und nicht mit dem zu vergleichen, was der Auswanderer aus einer Bäckerei in Deutschland kennt.

Ebenso sind Restaurants, die German-Styled Bread Rolls auf der Frühstückskarte stehen haben, eine Ausnahme. Ungefähr in die Richtung von Brötchen gehen Biscuits. Sie sind überall erhältlich, werden aber in aller Regel mit Soße serviert.

Noch näher an die vertrauten Brötchen kommt der Auswanderer, wenn er irgendwo ein Italien Sandwich oder ein Classic Italian entdeckt. Durch den reichhaltigen Belag sind die Sandwichs allerdings weniger Frühstücksbrötchen, sondern eher eine vollwertige Mahlzeit für die Mittagspause.

  1. Privatgrund

Eine wichtige Säule der amerikanischen Mentalität ist, dass jeder sein eigener Herr sein und bleiben möchte. Dieser Grundsatz kam schon in der Unabhängigkeitserklärung zum Tragen und ist bis heute spürbar, etwa in der Ablehnung von großen, zentralen Staatsgewalten. Amerikaner möchten nicht auf andere angewiesen sein und sich nichts von Dritten diktieren lassen.

Übertragen auf das alltägliche Leben, äußert sich diese Haltung unter anderem in Schildern mit Aufschriften wie No Trespassing oder Private Property. Die Schilder sind in aller Regel  auffällig und unmissverständlich gestaltet und unübersehbar positioniert.

Der Auswanderer ist gut beraten, solche Schilder ernst zu nehmen. Ignoriert er sie und betritt das Grundstück einfach, muss er damit rechnen, dass er dem sehr erbosten Besitzer gegenübersteht oder sogar die Mündung eines Gewehrs vor der Nase hat. Der aus Filmen und Serien bekannte Ausruf „Runter von meinem Land oder ich schieße“ ist keineswegs nur ein Klischee, sondern vor allem in ländlichen Regionen gelebte Realität.

Aus juristischer Sicht ist der Grundstückseigentümer im Recht. Würde die Situation eskalieren und sich der Eigentümer vom Eindringling bedroht fühlen, wäre es in vielen Bundesstaaten völlig legal, wenn er sich und seinen Besitz mit einer Waffe verteidigt.

Zumal er durch das entsprechende Schild verdeutlicht hat, dass Fremde auf seinem Grundstück nichts zu suchen haben.

Für den Auswanderer heißt das, dass er die Regeln zu seiner eigenen Sicherheit akzeptieren sollte. Es bringt nichts, zu diskutieren. Wenn er irgendwo nicht hin oder durch kann, muss er eben einen anderen Weg nehmen.

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Gerd Fröhlich, - Auslandskorrespondent, Gabi Naue-Rogers, - Expat in Amerika (USA) und Tobi Meissner, - Reiseblogger und Backpacker, sowie Christian Gülcan, Betreiber und Redakteur dieser Webseite, schreiben hier Wissenswertes, Tipps, Anleitungen und Ratgeber zu den USA und der Greencard.

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