Soziale Absicherung in den USA

Übersicht über die soziale Absicherung in den USA 

Eine Auswanderung bringt viele Formalitäten mit sich, sowohl vor dem eigentlichen Umzug als auch danach. Zu den wichtigen Punkten in diesem Zusammenhang gehört die soziale Absicherung, denn letztlich kann immer der Fall eintreten, dass der Auswanderer erkrankt oder arbeitslos wird.

Das deutsche Sozialversicherungssystem gliedert sich in fünf Säulen in Form der Arbeitslosen-, der Kranken-, der gesetzlichen Unfall-, der Pflege- und der Rentenversicherung.

Es ist allerdings nicht notwendig, diese Versicherungen gesondert abzuschließen, denn die Beiträge hierfür werden automatisch vom Lohn oder Gehalt abgezogen, wobei sich der Arbeitsnehmer und der Arbeitgeber die Kosten teilen. Etwas anders gestaltet sich die soziale Absicherung in den USA.

Hier dazu die wichtigsten Infos in der Übersicht:

•        Krankenversicherung.

In den meisten Fällen ist es möglich, sich durch den Arbeitgeber versichern zu lassen und vor allem große Unternehmen sowie Universitäten arbeiten mit sehr guten und verhältnismäßig günstigen Krankenversicherungen.

Die sogenannte health insurance beinhaltet jedoch keine Behandlungen beim Zahnarzt oder beim Augenarzt, so dass hierfür eine separatere dental insurance und ein optical plan vereinbart werden müssen.

•        Arbeitsunfähigkeit.

Erkrankt ein Arbeitnehmer längerfristig, erhält er in Deutschland zunächst sechs Wochen lang sein Gehalt vom Arbeitgeber weiter, danach bezahlt die Krankenversicherung ein Krankengeld. In den USA ist der Arbeitgeber in vielen Fällen nicht dazu verpflichtet, das Gehalt bei einer längeren Erkrankung weiterzubezahlen.

Sehr sinnvoll ist daher eine Versicherung gegen Arbeitsunfähigkeit, die sogenannte disability insurance, die für unterschiedliche Krankheitsdauern abgeschlossen werden kann.

Erkrankt der Arbeitnehmer, bezahlt die Versicherung einen bestimmten Prozentsatz des Lohns oder Gehalts weiter. Meist bieten Arbeitgeber eine solche Versicherung zu sehr günstigen Konditionen an.

•        Medicare und Medicaid.

Hierbei handelt es sich um zwei staatliche Programme. Medicare wird als Programm der Bundesregierung durch die Social Security tax, die vom Gehalt abgezogen wird, finanziert und kommt für die Behandlungskosten von Personen über 65 sowie von Behinderten unabhängig vom Alter auf.

Medicaid ist ein gemeinsames Programm der Bundesregierung und den einzelnen Staaten und übernimmt die Behandlungskosten von Menschen unterhalb der Armutsgrenze.

Alle Personen, die nicht durch diese beiden Programme abgesichert sind oder keine Krankenversicherung haben, werden in Notfällen in öffentlichen Krankenhäusern behandelt, allerdings sind Maßnahmen zur Vorsorge oder zur Früherkennung nur sehr eingeschränkt möglich.

•        Arbeitslosengeld.

Wer unverschuldet arbeitslos geworden ist, kann Arbeitslosenunterstützung, sogenannte unemployment benefits, bei seinem zuständigen state unemployment office beantragen.

Je nach Bundesstaat setzt die Inanspruchnahme aber eine bestimmte Einkommenshöhe und eine gewisse Beschäftigungsdauer voraus und auch im Hinblick auf die Dauer und die Höhe der Arbeitslosenunterstützung gibt es deutliche Unterschiede.

In den meisten Staaten erhält der Arbeitslose etwa die Hälfte seines letzten Gehalts bis zu einer bestimmten Obergrenze und für maximal 26 Wochen.

•        Sozialhilfe.

Grundsätzlich wird in den USA davon ausgegangen, dass eine gesunde Person auch eine Arbeit finden kann, selbst wenn diese vielleicht nicht der eigenen Qualifikation entspricht. Insgesamt beschränkt sich die Zahlung von Sozialhilfe, der welfare, auf fünf Jahre während des gesamten Arbeitslebens, dabei jedoch auf maximal zwei Jahre hintereinander.

Zudem bekommen nur diejenigen Sozialhilfe, die unterhalb der Armutsgrenze leben und die Kosten für Unterkunft, Kleidung und Essen nicht aus eigenen Mitteln bestreiten können. An diese Personen werden dann auch Sozialwohnungen, sogenanntes public housing, sowie Gutscheine für Lebensmittel, food stamps, ausgegeben und auch die Gesundheitsversorgung von deren Kindern übernimmt der Staat.

Außerdem gibt es in den USA private Hilfsorganisationen, die sich aus Spenden finanzieren. 

•        Rente.  

Grundsätzlich erhält jeder, der in den USA lebt, eine staatliche Rente. Dazu erfasst die Social Security Administration das Einkommen und die Abgaben eines Arbeitnehmers und stellt die sogenannte Social Security Card aus.

Leistungen werden dann erbracht, wenn der Arbeitnehmer mindestens zehn Jahre lang gearbeitet und Beiträge bezahlt hat, wobei sich die Höhe der späteren Leistungen aus der Dauer der Beitragszahlungen und der Höhe der einbezahlten Beiträge ergibt.

Um dem Lebensabend aber flexibler und ohne größere finanzielle Einbußen gestalten zu können, ist es sehr sinnvoll, eine private Altersvorsorge im Rahmen des 401 (k) plans oder eines Individual Retirement Accounts zu realisieren.

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