Infos zur Staatsbürgerschaft in den USA

Infos zur Staatsbürgerschaft in den USA (Überblick über die Geschichte als Einwanderungsland) 

Per Definition sind die USA ein Einwandererland und damit ein Land, das Einwanderer und deren Nachkommen gründeten.

Dabei waren es vor allem die Nachkommen von europäischen und asiatischen Einwanderern samt deren Sklaven, die eine Nation errichteten, die sich bis heute durch hohe Einwanderungszahlen kennzeichnet. 

Der folgende Überblick erzählt die Geschichte der USA als Einwanderungsland und enthält Infos dazu, wie sich die Staatsbürgerschaft in den USA entwickelt hat:  

Die Kolonialzeit und das Ius Soli

Während der Kolonialzeit gab es keinerlei Beschränkungen für freie Einwanderer. Schon vor der Revolution hatten viele Kolonien den Import von Sklaven und später auch die Sklaverei als solches abgeschafft. Zuständig für die Einbürgerungen und die Vergabe von Rechten waren die jeweiligen Parlamente der Provinzen und Kolonien. Nachdem die Parlamente den Vorgaben des britischen Empire unterlagen, wurde auch das sogenannte Ius Soli unverändert in die Gesetzgebung übernommen.

Ius Soli bedeutet, dass die Staatsbürgerschaft durch die Geburt im Staatsgebiet erworben wird. Zeitgleich wurden die strengen britischen Regeln der Einbürgerung deutlich entschärft, was sich damit begründet, dass Einwanderungen und die Besiedlung aus Sicht der Kolonien als Grundvoraussetzungen für die künftige Entwicklung galten. Nach dem Ende des Bürgerkrieges wurde 1868 der 14. Zusatz in die Verfassung aufgenommen und mit dieser Aufnahme wurden die Bestimmungen zum Ius Soli auch Bestandteil der US-amerikanischen Verfassung.

Dadurch wurden alle Menschen, die auf dem Gebiet der USA geboren waren, und alle eingebürgerten Einwanderer zu Staatsbürgern der Vereinigten Staaten von Amerika. Dieser Verfassungszusatz schaffte die Grundlage für eine Rechtsgleichheit in allen Bundesstaaten und da diese Rechtsgleichheit auch Nachkommen schwarzafrikanischer Sklaven einbezog, war damit die Sklaverei zumindest aus formaler Sicht endgültig abgeschafft.

Aber das auf den ersten Blick äußerst liberale Staatsbürgermodell der USA ist bei genauem Hinsehen lange Zeit von ausgrenzenden und diskriminierenden Zügen geprägt. So wurde die US-amerikanische Staatsbürgerschaft den Ureinwohnern Nordamerikas beispielsweise erst 1924 zuerkannt. Zudem waren die Einwanderungsgesetze zu Beginn des 20. Jahrhunderts darauf ausgelegt, die Einwanderungszahlen gezielt einzugrenzen und zu reduzieren.

Auffällig dabei ist, dass in diesem Zuge bewusst zwischen den einzelnen Nationalitäten unterschieden und mit entsprechenden Quoten gearbeitet wurde. Begründet wurde dies damit, dass sich Einwanderer mit bestimmten Nationalitäten bessern anpassen und integrieren können als Einwanderer mit anderen Wurzeln. 

Die Zeiten der Weltkriege und des Kalten Krieges

Anders als in Deutschland zeigte die US-amerikanische Politik ab 1933 keine rassistischen Ausprägungen, sondern war um beispielsweise Hausbesitz, Schulbesuche und Bildung für die Bürger bemüht. Trotzdem wurde auf die Einhaltung der sogenannten Restrictionists geachtet, um auf diese Weise eine neue Einwanderungswelle zu verhindern.

Grundlage hierfür war die Annahme, dass in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts in erster Linie solche Bevölkerungsgruppen in die USA einwandern wollten, die sich den amerikanischen Idealen nicht verpflichtet fühlten. Betroffen von den Restrictionists waren dabei vor allem Einwanderer aus Süd- und Osteuropa sowie aus Asien. Nachdem der Zweite Weltkrieg ausgebrochen war, gerieten insbesondere Einwanderer mit japanischen Wurzeln in die Schusslinie. Die Regierung ordnete an, mehr als 100.000 japanische Einwanderer mit und ohne Bürgerstatus in Gewahrsam zu nehmen.

Traumatisiert durch Pearl Harbor sahen sich die Militärbehörden nicht in der Lage, loyale Einwanderer von illoyalen Einwanderern zu unterscheiden. Rückendeckung gab es durch den Supreme Court, der erklärte, dass Eingriffe in die persönliche Freiheit der Betroffenen in Kauf genommen werden müssten, um die allgemeine Sicherheit aufrechtzuerhalten.   Zu Zeiten des Kalten Krieges prägten die Elemente Recht und Verdienst die Gesetzgebung zur Staatsbürgerschaft maßgeblich.

Das Element Recht stand für die Abgrenzung von totalitären Regimen und die Einhaltung der Werte, die in der Atlantikcharta von 1918 formuliert waren. Hierzu gehören das Selbstbestimmungsrecht der Völker, die Unverletzlichkeit der Grenzen, die Überwindung von Tyrannei und die persönliche Freiheit. Das Element Verdienst war darauf ausgelegt, solche Nationalitäten bevorzugt zu behandeln, die sich während des Zeiten Weltkrieges und in der Folgezeit auf die Seite der USA gestellt hatten.

Dadurch blieben die Einwanderungsgesetze weiterhin ausgrenzend und diskriminierend geprägt, denn Personen aus bestimmten Nationen wurde die Einwanderung verweigert. Übrigens wurden die Gesetzte eingeführt, obwohl Präsident Truman ein Veto eingelegt hatte. Im Zuge des Wandels der politischen und strategischen Weltlage sollte sich aber auch die Funktion der Gesetze verändern. So wurde beispielsweise das Einbürgerungsverbot von Japanern und Südkoreanern abgeschafft, nachdem diese im Kalten Krieg zu Verbündeten geworden waren.  

Die Staatsbürgerschaft heute

Eine entscheidende Wende erlebt die Gesetzgebung im Oktober 1965, als die Einwanderungsquoten abgeschafft und durch ein Präferenzsystem ersetzt wurden. Seinerzeit wurde dies mit der Notwendigkeit begründet, die Diskriminierung zu überwinden und die amerikanischen Prinzipien und Ideale umzusetzen. Aber neben liberalen Ideen spielten sicherlich auch außenpolitische Gründe eine Rolle.

Das Image der USA hatte einen Schaden erlitten, der sich unter anderem daraus ergab, dass afrikanische, lateinamerikanische und asiatische Staaten durch die Einwanderungsquoten benachteiligt waren. Die neue Gesetzgebung zielte somit auch darauf ab, das Engagement der USA im Hinblick auf Bürger- und Menschenrechte weltweit zu unterstreichen.

Trotz einer publizistischen Kampagne der Konservativen Mitte der 1990er-Jahre, die das Selbstverständnis der USA als Einwanderungsland in Frage stellte, haben sich die Grundlagen des Staatsbürgermodells bis heute nicht verändert. Nach wie vor stützt es sich auf den Ius Soli und das Rechtsverständnis, dass alle Menschen grundsätzlich gleich sind.

Unbestritten ist, dass Ideologien und die Politik der Einwanderungsgesetzgebung mitunter diskriminierende Züge gegeben haben. Gleichzeitig war und ist das amerikanische Staatsbürgermodell aber eines der liberalsten Modell weltweit.

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