Existenzgründung im Ausland – die wichtigsten Punkte für eine erfolgreiche Selbstständigkeit, 2. Teil

Existenzgründung im Ausland – die wichtigsten Punkte für eine erfolgreiche Selbstständigkeit, 2. Teil

Jedes Jahr entscheiden sich rund 150.000 Deutsche für einen persönlichen Neuanfang im Ausland. Oft soll dieser Neuanfang dann auch mit einem neuen Abschnitt im Berufsleben verknüpft werden. Natürlich kann es gelingen, sich als Auswanderer erfolgreich selbstständig zu machen.

Allerdings setzt dies eine sehr gute Planung und sorgfältige Vorbereitung voraus. Ein Geschäft im Zuge der Auswanderung spontan und nebenher aufzubauen, wird in den wenigsten Fällen funktionieren. Was es für einen guten Start in eine erfolgreiche Selbstständigkeit alles zu bedenken gilt, fassen wir in einem zweiteiligen Beitrag zusammen.

Dabei ging es im 1. Teil um grundlegende Überlegungen, die Sprache, die Rahmenbedingungen und das persönliche Umfeld.

 

Hier ist der 2. Teil:

 

Existenzgründung im Ausland – der Businessplan

Sind alle grundlegenden Fragen beantwortet und steht die Familie hinter dem Vorhaben, kann die eigentliche Planung der Existenzgründung beginnen. Die Grundlage für alle weiteren Schritte ist der sogenannte Businessplan. Darin erläutert der Auswanderer seine Geschäftsidee und führt unter anderem aus,

  • was ihn fachlich und kaufmännisch zur Unternehmensführung befähigt.
  • welche Produkte oder Dienstleistungen er anbieten wird.
  • weshalb er sich für den ausgewählten Standort entschieden hat.
  • wer seine Zielgruppe ist.
  • welche Mitbewerber es gibt.
  • wodurch sich sein Unternehmen von der Konkurrenz unterscheidet.
  • welche Werbemaßnahmen geplant sind.
  • wie das Unternehmen organisiert werden soll.
  • wie viel Kapital benötigt wird und wie der Kapitalbedarf gedeckt werden soll.
  • welche Umsätze und Gewinne der Auswanderer erzielen will.
  • welche Risiken bestehen und welche Gegenmaßnahmen in Frage kommen.

Der Businessplan sollte so ausführlich wie möglich erstellt werden. Der Auswanderer wird den Businessplan nämlich brauchen, wenn er Kredite oder andere Unterstützungen beantragen wird. Außerdem dient der Businessplan auch dem Auswanderer selbst als wichtige Orientierungs- und Planungsgrundlage.

Deshalb sollte sich der Auswanderer die Zeit nehmen, um seine Geschäftsidee überzeugend zu präsentieren und dabei aufzuzeigen, dass sie gut durchdacht ist.

 

Existenzgründung im Ausland – die Finanzen

Die Finanzen spielen eine maßgebliche Rolle für eine erfolgreiche Existenzgründung und einen gelungenen Neustart im Allgemeinen. Ein wackeliges oder gar nicht vorhandenes Finanzkonzept kann selbst die beste Geschäftsidee zum Scheitern bringen.

Wichtig ist deshalb, dass der Auswanderer genau kalkuliert, wie viel Geld er für die Gründung seines Unternehmens benötigt. Neben den Ausgaben für die Ladenmiete und Kaution, einen eventuellen Umbau, die Ausstattung oder die Anschaffung von Geräten und Ware gehören hierzu beispielsweise auch die Gebühren für notwendige Anmeldungen und Genehmigungen oder die Personalkosten.

Diesen Kosten müssen die erwarteten Einnahmen gegenübergestellt werden. Hierbei sollte der Auswanderer aber realistisch kalkulieren und bedenken, dass ein Geschäft meist eine gewisse Anlaufzeit braucht, die es zu überbrücken gilt. Außerdem sollte er durchrechnen, ob seine Geschäftsidee überhaupt genug einbringen kann, um damit den Lebensunterhalt zu bestreiten.

Neben den Ausgaben für die Existenzgründung darf der Auswanderer nicht vergessen, dass auch die Auswanderung selbst Geld kostet. Schließlich verlagert sich der Lebensmittelpunkt an einen neuen Ort und dies bringt entsprechende Kosten mit sich. Bis sich alles eingespielt hat, wird einige Zeit vergehen.

Als grobe Faustregel gilt deshalb, dass der Auswanderer ein so großes finanzielles Polster haben sollte, dass er schlimmstenfalls ein Jahr ohne Einnahmen überbrücken kann.

 

Existenzgründung im Ausland – die Bürokratie

Ein weiterer sehr wichtiger Schritt bei der Existenzgründung sind die behördlichen Vorgaben. Hierzu sollte sich der Auswanderer umfassend darüber informieren, welche Formalitäten er erledigen muss, um sein Unternehmen gründen und in seinem Zielland arbeiten zu können. So braucht der Auswanderer in den USA beispielsweise auf jeden Fall ein Visum und eine Arbeitserlaubnis.

Hat er keine Greencard, sondern beantragt er ein Visum für Unternehmer, muss er belegen können, dass ein bestimmtes Investitionskapital vorhanden ist. Je nach Geschäftsidee können außerdem Gesundheitszeugnisse, Versicherungsnachweise, Konzessionen, Qualifikationsnachweise, Eintragungen in bestimmte Register und andere Unterlagen notwendig sein. Der Auswanderer ist gut beraten, sich frühzeitig um die behördlichen Angelegenheiten zu kümmern.

Wenn er erst vor Ort damit beginnt, sich mit den rechtlichen Voraussetzungen zu beschäftigen und Anträge zu stellen, verliert er sehr viel Zeit. Schlimmstenfalls gefährdet er sogar sein ganzes Vorhaben. Geeignete Ansprechpartner findet der Auswanderer hauptsächlich in der Botschaft seines Ziellandes, in den Deutschen Außenhandelskammern und in der Informationsstelle für Auswanderer und Auslandstätige beim Bundesverwaltungsamt.

 

Existenzgründung im Ausland – die Rechtsform des Unternehmens

Auch die Rechtsform des Unternehmens ist eine wichtige Frage, die im Zuge der Existenzgründung geklärt werden muss. Von der gewählten Rechtsform hängen nicht nur die Formalitäten bei der Gründung ab, sondern auch künftige Haftungsfragen und die Besteuerung.

An diesem Punkt sollte sich der Auswanderer aber professionell beraten und unterstützen lassen. Auch wenn es im Zielland Rechtformen geben kann, die beispielsweise mit der deutschen GmbH oder GbR vergleichbar sind, können die Rechtsformen im Detail erhebliche Unterschiede aufweisen.

Auch darüber, wann welche Steuern abgeführt und wie die entsprechenden Steuererklärungen erstellt werden müssen, sollte sich der Auswanderer gut informieren. Außerdem sollte er abklären, was in Sachen Anmeldung, Versicherungspflicht, Arbeitserlaubnis und Steuerpflicht für die Familienmitglieder gilt.

 

Existenzgründung im Ausland – die Absicherung

Grundsätzlich sollte der Auswanderer nicht nur die aktuelle Situation sehen, sondern auch an die Zukunft denken. Eine ausreichende Vorsorge für den Fall einer Erkrankung oder eines Unfalls ist absolute Pflicht.

Zudem sollte der Auswanderer im Hinterkopf behalten, dass es im Ausland nicht unbedingt ein soziales Netz gibt, das den Auswanderer mittels Arbeitslosengeld oder staatlichen Zuwendungen auffängt.

Daher sollte der Auswanderer überlegen, wie er sich absichern kann, falls die Existenzgründung scheitert. Auch was das Unternehmen angeht, sollte sich der Auswanderer erkundigen, welche Versicherungen er abschließen muss und welche für die betriebliche Absicherung sinnvoll sind. Nicht zuletzt sollte sich der Auswanderer mit Fragen zur Altersvorsorge beschäftigen, denn schließlich wird er irgendwann seinen Ruhestand genießen wollen.

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